Band 
I.
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Grönländische Prozesse

oder

satirische

i z z e n.

Zweites 0 ä n d eh e ».

Borred e.

Es ist ein alter und in mancher Rücksichtlöblicher Gebrauch der Autoren, dem Bucheeine Vorrede vorauszuschicken, die man nachdem Titelblatt zu lesen pflegt. Um diesemGebrauch nachzuleben, hab' ich folgende Vor-rede ausgearbeitet:

Junge Schriftsteller, merkt irgend ein alteran, stellen in ihren Vorreden bogenlangeSelbstvertheidigungen auf. Dieser Bemerkungfehlt zur Allgemeinheit noch der Zusatz:„ oder wenn sie die Stirne ihres Buchs nicht-- mit diesem Mambrins Helme oder aufgesetz-» ten Thierkopfs gegen Feinde beladen: so lo--- ben sie sich und beiläufige Fehler wenigstens„ in einem langen Beschlusse, und verhängen

den Hintern mit einem in drei Bassa-Roß--- schweifen künstlich geflochtenen Schwanz. Fürdas Letzte hab' ich im Beschlusse des erstenBündchens das meinige auf mehren Bogengethan und geschrieben; hier im zweiten willich vornen etwas von lobender Vorrede ver-suchen, aber nur auf viel wenigeren, dennsonst würde die Schürze mit der Länge einerSchleppe das Fortschreiten unterbrechen, undin die Vorrede, über welche der Leser noch m:-tdem ersten Hunger herfällt, schickt sich eins solange Abhandlung von Sich und von Nichtsnicht so gut als in den Schluß, an dem ja dergespeiste Gast sich für etwas anderes hungriglesen kann.

Lange Ohren sind die Erbsünde, für welchekein Esel etwas kann, und welche auch derbilligere Theolog keiner ewigen Höllenxcin wür-

dig achtet; aber wenn der Esel iahnet, so be-geht er eins wirkliche Sünde. Denn er hätteauch schweigen können; zum Wettcrpro p Heienübrigens verlangt mau nicht einmal den Saul,geschweige seine Eselin, sondern die Propheteu-kinder selbst. Daß ich unter dem Esel einenAutor verstanden wissen will, sieht wohl jeder.Wenn nun der eben gedachte Autor oder Pe-gasus in der Vorrede ersucht, mit seiner Stimmevorlieb zu nehmen, weil er dafür nichts könneund keine bessere in sich führe: so antwortet >ihm jede gute Literaturzeitnng darauf: dafür aber >könn' er doch etwas, daß er seiner Stimme einSprachrohr gegeben, nämlich die Druckpresse, wassie so verstärke, Laß man sie bis ins Intelligenz -Comptoir hinein hören könne. Wenn ich hiemitgewisse Schriftsteller nur dunkel bezeichne und nichtLicht genug über sie gebe, so erwart' ich von ihnenam wenigsten die Unhöflichkeit jenes Gastes, derüber eine sparsam erleuchtete Tafel hinrief: --Gebt

mir ein Licht mehr und ein Gericht weniger!---

-Dieser ansehnliche Gedankenstrich soll weder die

Sitzstange eines ansgeflogenen Gedankens sei»,noch der Fühlfaden eines an sich nnempfindsamc»Perioden, noch der Staubfaden eines poetischenBlümchens, auch nicht eine Spicknadel, welche dieStelle des Specks zu vertreten pflegt, noch vielweniger der üont rimü eines Sinnes, dessen Er-gänzung der Autor dem Leser ansinnt, am aller-wenigsten das Seitengewehr oder der Stachel ei-nes Epigramms, und endlich weder der Fett-schwanz eines Perioden mit schlechter Wolle nochdie geradgespannte Schönheitlinie von Hogarth...Dächte ich nicht jetzv selber an das Fragen desungeduldigen Lesers: --nun was denn?-- so wüßte''er schon folgendes Ende des vorigen Perioden: