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aus des Teufels Papieren.
die unschuldig und Loch beißend waren und diemich keinen Heller mehr als der gewöhnliche In-halt seiner Schriften kosteten — durch hinlänglicheBeweise, womit mein tlnrechtskonsulent sonnen-klare Sätze mkr noch mehr befestigte (denn wenndie größten Philosophen die augenscheinlichstenDinge, z. B. Bewegung, Materie w. sogar läug -neu dürfen: so sieht eö eben so großen Advokatenzu, sie wenigstens zu beweisen, wo nicht gar siegänzlich zu bezweifeln) — durch noch bessereHaupt - und Staatakzivnen, die in diesen Perio-den gar nicht zu bringen sind, alles so weit führteund durchtrieb, daß mein Prozeß wirklich rechtbald entschieden und ich sowohl in die halbenKosten, als zum Verluste des ganzen Prozessesverfallet wurde — worüber ich freilich so gut alseiner außerordentlich froh sein konnte, weil icheben aus dem Verlust ersah, daß ich in einenungerechten Prozeß geflochten gewesen, dessen ichnun ohne Schaden des Gegners losgeworden:daher empfehl' ich eben meinen Rechtfreund Ses-sessar jedem Leser, der aus Gewissenhaftigkeitseinen ungerechten Prozeß nicht gewinnen will, sosehr und so oft. Als ich übrigens abgeschoren undohne einen platten Groschen zur Regreßklage vordem Rechtfreund stand und einen französischenEid that, ich wäre so weit herunter, daß ich dasPublikum in Kurzem mit verschiedenen vortreffli-chen Schriften beschenken müßte: so dankte erfreilich auf der Stelle Gott und sagte zu mir:»leider oft die schönsten Seelen fasset das blindeGlück in lauter Gold und Reichthum ein, wieder eben so geschmacklose Nerv eine herrlichekupferne Status des Lystxpus übergolden hießund an ihr durch eine angebliche Verschönerungalle wahre verhüllte; indeß ließ am Ente dochNero der Statue die goldne Entstellung auszie-hen — freilich liess ohne Ritzen nicht ab: — wassoll nun jeder an seinem Nebenchristen, wenig-stens an seinem Nebenmenschen lieber thun alsetwas ähnliches? Ich für meine Person, getrau'ich mir zu sagen, legte mit einigem Fleiß meinerechte Hand an Ihr wahres und schönes Ich, undfegte und bürstete von solchem (denn ich kam nichtzu spät) völlig jene goldne Nmkleistcrung herab,die für Ihr Wesen sich vielleicht gar zu wenigschickte. Daher dienen gewissenhafte Advokatensolchen Klienten nicht gern, von denen keine Ver-goldung oder Versilberung abzukratzen ist und dieschon von Natur nichts haben: denn was weiß inloschen Fällen alle Kunst des Advokaten zur Na-tur noch anzufügen?»
Was sagten aber die Leser dazu? ich meinedamit nicht die unzähligen Menschen, die michborgen und lesen, sondern jene zwei Menschen inWetzlar, die mich gar nicht lesen, sondern diebeim Reichskammergericht die Akten übergeben,aufheben und bewahren und die den NamenLeser führen, wie jeder weiß, der nur in Wetz-lar hineingsrochen oder auch ins deutsche Staat-recht. Die Leser sagen eben nichts dazu, weileben uns Autoren das Unglück trifft, daß wir seltengelesen werden von — Lesern, Neichükammergericht-Voten - Notarien - Pronotarien - Advokaten -Prokuratoren - Beisitzern - und Präsidenten, unddie Visitazion dieses Reichgerichts denkt über-
Haupt weit weniger an den Jammer der Autorenals der prozessierenden Parteien.
Ich transspiriere immer stärker und ich will jetzterst recht zu reden anfangen. Schon seit Adamund Cva's und der Schlange Zeiten — wenig-stens seit einem Paar Jahren gab's Rezensenten:aber Rezensionen sind weit schwerer zu machenals Rezensenten, und am Ende auch theurer.Ich wollte einmal eine kleine Erbschaft zur Anle-gung einer Buchdruckerei verwenden und miethetemir deshalb die dazu gehörigen Jnventarisnstücke,nämlich einige Dutzend Rezensenten - hier sah'ich, wie wohlfeil sie sind: und jetzt, da ich unterder Hand nach der Taps der StandeSerhö-huugen dieses Buches mich erkundigen lasse,seh' ich, wie theuer Rezensionen sind. Eben so,aber nicht ganz so stehts mit der Tapordnung derReichshofkanzlei von aosg den sechsten Jan.Denn für eins Nobilitazion mit einem Helmewird gegeben:
Tap fl. ISO.
dem Vicekanzler 36.
dem Sekretario 4 8.
Kanzlei-Jura siO.
Hingegen für nodilas ercaiuli knerrltatLru blosTat fl. 300.
Vicekanzler» 36.
den: Sekretario 4 8.
Kanzlei - Jura 70.
Man braucht also blos 1 und 404M2 Edel-mann zu machen so gewinnt mau bei der Plastikaller übrigen Edelleute seine 100 Prozent, dieweder ein Christ des alten Testaments, noch einJude LeS neue» verschmähen soll. Und wenn dieNeichsständs eine Aenderung dieser Taxe begeh-ren, oder Kur-Mainz eins bewilligt, so istsnicht recht; denn mein Gleichniß würde zu sehrverhunzt.
Ich denke, es soll etwas zu meiner Ausdünstungbeitragen, wenn ich jeden, der nur ein Dach vonParis gesehen oder davon gehört, um Verzeihungbitte, daß ich zuweilen (und auch jetzt) den Na-men Gottes nannte. Wären Ungläubige undFreigeister meine Lebenskonfratres und Zeit- undWeltgenossen und Genossinnen: so wärs gar nicktnöthig: aber so außerordentlich. Denn eS hatsich unter uns nach und nach eins Achtung fürdiesen großen Namen eingedrungen und festgesetzt,die so groß ist, baß ihn — wie die Juden denNamen Jehvva — in Gesellschaften und über-haupt außer dem Kirchensiuhl gar kein Menschmehr nennen will: jeder sieht sich lieber dafürnach den gleichgeltenden Namen Natur, Schicksal,Materie, Himmel, Götter, Jupiter um, uns HerrWekherlin besonders, der auch für sich selbst einenandern leichter zu schreibenden Nahmen wählensollte, wie die besagten Juden aus ähnlicher Ach-tung statt Jehvva lieber Adonai, Elohim w. sag-ten. Ich will es nur geradezu heraussagen: dasUebel geht noch viel weiter; denn aller Aber-glaube ist übel. So wie nämlich die Hebräerden Namen Jehvva nur in der h ei ligen Stadt,in Jerusalem, aber nicht in den Provinzen,und dort nur vor frommen Leuten über ihrebigotte Zunge ließen: so hat jetzt kein Mensch ge-rade umgekehrt Las Herz, den Namen des höchsten
Iran Pcnil's Werke !,
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