Band 
I.
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aus des Teufels Papieren

zionplans, einer in Kupfer gestochenen Vorschriftgesetzt, wornach sie ihre Erzeugnisse gar leicht for-men, und sie sitzen freilich warm ; aber ich saßohne ein solches Muster da und mußt' esstatt nachzuahmen, machen, und schrieb deswe-gen auch häufig solche erbärmliche Sachen, daßes einen wahren Spaß geben muß, sie nur zu le-sen oder gar zu verstehen.

Die Bauern, die einen so entsetzlichen Lärmüber die Einführung des neuen Abc buchs erreg-ten, brachten zur Rechtfertigung dieses Lärmsunter andern schriftlichen Exzepzionen gegen LasBuch auch die mit vor: es ständen zu garstigeWörter darin, z. B. Pritsche. Ich bitte den H.Nicolai und jeden, wenn er einem von diesenBauern mein Buch zum Rezensteren überschickt,ihm geradezu zu befehlen, daß er lieber jede an-dere Exzepzion gegen dasselbe mache, als die be-sagte dumme.

Die hölzerne Frau in diesem Buch, beideren Theogonie mir eine besondere Seelenstim-mung die zweckloseste Bitterkeit eingab, setzte mirder Satan in den Kops und aufs Papier. Aberda ich einmal an diese erbärmliche Erfindung, andieses morsche Marienbild so viel Anputz verzet-telt; da ich es umgürtet habe mit Thalern undsilbernen Gliedern und belastenden Stoffen undallem schönen Henker, den nur ein Mensch erden-ken kann: so bitt' ich die Kunstrichter, mir meinePuppe nicht zu nehmen.

Der Werth und die Stelle der ernsthaftenAnhänge spricht den Leser um Nachsicht an,und mich dazu: aber ich gewährte sie ihnen deswe-gen den Augenblick. Nichts erquickte mich ineinem komischen Buche von jeher so sehr als eineernsthafte Stelle; ein Buch denkt man sich als denpaxiernen Abdruck eines Menschen, und keinenMenschen will man sich ohne Stunde» des Ern-stes und der seelenerhebenden Achtung für irgendetwas denken; der Engländer gewinnt sich daher(so wie er überhaupt mehr Mensch ist als irgendein Volk) durch seine Paarung des Ernstes mitdem Humor unser Herz so sehr — darauf aberbaut' ich.

Und so rüttel' ich diese dünnen Blätter in denfliehenden breiten Strom der allgemeinen Ver-gänglichkeit bei meinem Durchflattern dieses um-wölkten Lebens, bis ich selber ihnen »achjchwimme,hinter oder vor dem Leser und desgleichen demguten Rezensenten. Es blühet jetzt der Frühlingauf, wo man nicht bei Sinnen, sondern ganz desTeufels sein müßte, wenn man nicht Hirtenge-dichte schreiben wollte, sonder» lange und dornichteSatiren, die nur im Winter bei elendem Wetterabgefasset werden müssen: so wie umgekehrt derS-tachelschweinmensch in London stets seine Sta-cheln im Winter abwarf, und deswegen auf seineMausezeit ganz die Umarmung seiner armen Frauverschob. Der Sohn lebt noch und weiset an sich

unzählige Stacheln auf.Man glaube mir

übrigens, ich werde, wenn einmal mein dünnerdurchsichtiger Madensack von den Todten aufer-standen und von mir, so gut ich kann, beseelet seinwirb, sicher seine rechte dann verklärte Hand vormich hinstrecken und anschauen und über nichts sosehr vor dem ganzen jüngsten Gerichte lachen als

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darüber, daß ich mit ihr auf diesem Nebelsternuiuio.1789 ein spaßhaftes Buch wie hundert an-dere neben mir zum besondern Vortheil einesjeden zusammengeschrieben und vorzüglich jenesLachen des jüngsten Tages schon zum voraus aufdem letzten Bogen des Buches geweiffaget habe —welches vielleicht etwas ist.

Der Mensch fühlet die Eitelkeit aller menschli-chen Dinge, von der die Geistlichen nur redenund ohne deren Gefühl kein Mensch etwas Gro-ßes wird und thut, nie tiefer als wenn er etwasendigt, es mag sein eignes Buch oder ein anzie-hender Roman oder ein Jahr oder das Leben sel-ber sein. Wäre nur bei unserem ewigen Hin - undHergang vom Vergnügen zum Schmerz, vom Ge-fühle der Gesundheit zu dem der Kraftlosigkeit,vom aussiralendcn Feuer des Kopfes und Herzenszur finstersten Kalte von beiden, wäre da nur dieTäuschung des allmälichen Ueberganges und der-zeit nicht, die durch ihren Dazwischentritt dieNachbarschaft dieser Eptreme versteckt: so läge dasGefühl der Unbeständigkeit schwerer auf uns, sowie es im Alter wirklich liegt, wo vielfachere Er-fahrungen jeden. Zustande den Schein seiner Ewig-keit genommen und wo der müde Mensch sich nursonnet am Mondschein der zurückscheinenden Ver-gangenheit. . . . Nun mag meine komische Larveniederfallen, die ohnehin niemals lange das mensch-liche Gesicht selbst sein soll, damit ich wieder einoffneres Auge hinaushebe zum Anschanen desGroßen und Edlen im Menschen und in der Welt

und jenseits seiner aufsteigenden Bahn.

Und du, lieber Schz. in H. , wenn du dächtest,der V. d. G. P. oder R. könne dich und deinedichterische Schwermuth und das Abreisen im b.Garten in L. vergessen, irrtest besonders.

Ich wollte hier »och einen anreden, der beimAnfange dieses Buchs noch in diesem träumendenund stummen und mit bunten Dünsten um unsherspielenden Leben war; aber die zitternde Brusthat keine Stimme und die Todten stehen hoch ge-gen ziehende Schatten unter den Wolken, undeine Ephemere zerinnt doch nur ein wenig früherals die andere.

XII.

Der Edelmann nebst seinem kalten Fie»der, und die Unterthanen nebst ihrenkalten Häusern

Diese vier Arten von Wesen muß ich haben, siesind das Garn, woraus ich meine kleine Erzählungweben soll. Sie braucht weiter keine Vorredeals die, daß das, was ein Autor (wie Gott die

* Es ist in Folge späterer Erwägung zweckmäßig gefundenworden, diese in dem ersten Band der frühern Ausgase derTeufclspapicre befindlichen Blätter, welche nach des Ver-fassers Willen aus dem neuen Abdruck wegblieben, hier den-noch nachzuliefern, theils der Vollständigkeit wegen, theilsund mehr »och um zu zeigen, wie veränderte Grundsätze denDichter zu mildern Anstchten führten.