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krummen Baugefangenen. Seine Worte boter mit der Freigebigkeit eines Weltmanns »ochwie Schuupftaback herum. Endlich erhielt auchFalkenberg eine Prise. Ich sehe meine beidenPrinzipale noch gegen einander stehen — meinenadeligen und verborgenden Prinzipal mit demfesten, aber gehorchenden Anstande eines Soldaten,in Embonpvint und aufquellende Muskeln ge-drückt, und mit dem leichtgläubigen Wohlwollen,das gutmüthige Menschen für jeden hegen, dergerade mit ihnen spricht — den gekrönten und in-solventen Prinzipal aber mit dem malerischen An-stand , worin jedes Glied sich in den andern hin-ein verbeugt und worin selbst die Stellung einefortdauernde Schmeichelei ist. mit einem vielblät-terigen Faltenwurf im lahmgespannten Gesicht, miteiner Gefälligkeit, die weder verweigert noch hält.Meine Pathe sah die allgemeine Gefälligkeit desKronträgers für eine ausschließende gegen sich an;sie dachte, er thue seine Fragen, um eine Antwortzu haben; und als vollends mein gnädigster Fürstund Landesherr geäußert hatten: »Der kleineGustav sei hier an seiner Stelle, er interessieredurch sein uir cls rövvuv stärker als man sichselber die Rechenschaft zu geben wisse, und manwürde ihn, sobald er für diese Zimmer groß genugwäre, dem Vater mit 13,«00 Rthlr. Handgeldabkaufen:^ so war der Rittmeister außer sich. odervielmehr aus seiner Bitte; seine Bittschriftenwurden Dankadressen; sein Wunsch war. daß ichschon acht Jahre Hofmeister bei ihm gewesenwäre: seine Hoffnung war, das Geld komme nach;und der wahre Vortheil war, daß der Sohn insbeste deutsche Kadettenhaus käme.
Man thut mir keinen Gefallen, wenn man ihnauslacht. Freilich schwur er auf seinem Schlosse,.-Hofleuten traue er keine Hand breit und dieganze Nazion stink' ihn an;" hingegen solchenHvffenten, mit denen er gerade zu thun hatte,traut' er mehr — allein militärische Unwissenheitder Rechte ist bei ihm an vielem Schuld; wie soller als Soldat wissen, daß ein Fürst zu keiner Be-zahlung verbunden ist? — Vielleicht istS nichteinmal allen Lesern so bekannt als sie vorgebenwerden. Ein Regent braucht aus drei Gründennicht einen Heller zu bezahlen, den er seinen Lan-deskindern abgeliehen.(borgte sein Herr Vater: soversteht sichs von selber). Erstlich: ein Gesandter,er sei vom ersten oder dritten Rang, stieße dieältesten Publizisten vor den Kopf, wenn er seineSchulden abtrüge; nun kann er, der ja der bloßeRepräsentant und die abgedrückte Schwefelpastedes Regenten ist, unmöglich Rechte haben, die demUrbilds abgehen, folglich wird nicht bezahlt. Zwei-tens: der Fürst ist — oder wir dürfen unsernakademischen Nachmittagsiunden kein Wort mehrglauben — der wahre summarische Inbegriff undRepräsentant des Staates ( wie wieder der Ln-voxü ein Repräsentant des Repräsentanten istoder ein tragbarer Staat im Kleinen) undstellet folglich jedes Staatglied, das ihm einenKreuzer leihet, so vor als wenn ers selber wäre;mithin leihet er sich im Grunde selber, wenn einsolches zu seinem repräsentierenden Ich gehörigesGlied ihm leihet. Gut! man gesteht es; aberdann gestehe man auch, daß ein Fürst sich so lä-
bare Loge.
cherlich machen würde, wenn er seinen eignenLandeskindern wieder bezahlen wollte, als sich derVater des Generals Sobouroff machte, der dieKapitalien, die er sich selber vorstreckte, sich ehrlichmit den landesüblichen Interessen heimzahlte undsich nach dem Wechselrecht bestrafte. Woher käm'es denn als aus der Verwandtschaft mit dem Throneund dessen Rechten. daß sogar Große im Verhält-niß ihres Standes und ihrer Schuldenmaffe fallie-ren dürfen? Oder warum ist ein gerichtlichesKonsens - oder Hypothekenbuch der richtigste Hof-adreßkalender oder ulmunuoli ivxal? —
Drittens: der geflickteste Unterthan kann sich vonseinem Fürsten Anstandbriefe oder Moratorienverschaffen; wer soll sie aber dem Fürsten geben,wenn ers nicht selber thut? Und thut ers Ge-wissenshalber nicht: so kann er sich doch wenigstensalle fünf Jahre ein erneuertes Quinquennelbewilligen.
Einen vierten Grund wußt' ich aber nicht.
' Vierzehnter Sektor.
Eheliche Grdalicn — fünf betrogene Betrüger.
Einen Hofmeister hatte Falkenberg also jetzt,und die Hoffnung der i3.ooo Rthlr. und eineKadettenstelle für seinen Sohn — Rekrutenbraucht' er nur noch. Auch diese führte ihm undseinen Unteroffizieren der Maulwurf-Mvlvch Ro-tstich reichlich zu; ich weiß aber nicht, was dieKerle wollten, daß sie, wenn Rvbisch seinen Kup-pelpelz und sie ihr militärisches Pathengeld hatten— mit letztem meistens davon gingen. Im Maus-senbacher Wald fielen Diebe den Transport anund nach dem Ende der Schlacht waren Feindund Transport vom Schlachtfelde geflohen. DenRittmeister drückt' es sehr. weil er, der für sichund seine Familie nicht die nützlichste Ungerechtig-keit beging, zuweilen auf dem Werbplatz eine kleineverstattete.
Dem stillen Gustav machte der laute Stattwin-ter die längsten Stunde». Er sah keine weißeKopfbinde und kein schwarzes Lamm vorbeitragen,ohne auf einem Seufzer hinüber zu seinem zaube-rischen Wall und unter seine Sommerfreuden zu-rück zu fliegen. Wenn ihn die ungezogene Nach-kommenschaft Hoppedizels für dumm hielt, weil ernicht listig, für stolz, weil er nicht laut war: sostillte er das Bluten seines Innern, das verlachtund geneckt wurde, mit dem Gedanken an dieMenschen, die ihn geliebt hatten, an seinen Ge-nius und an seine Schäferin. Um seinen Aman-dus hätt' er so gern eins andere als Hoppedizeli-sche Nachbarschaft gehabt, so gern die Fluren undden freien Himmel seiner Heimath.' — Er liebtedas Stille und Enge neben sich und das Unermeß-liche in der Natur. O wenn Du bei mir bist,Trauter, wie will ich Dich schonen und lieben!Dein Auge soll nie trübe neben meinem Lehrstuhle