Band 
I.
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Die

unsichtbare Loge.

Eine Lebensbeschreibung.

Zn der ersten Ausgabe mit dem Nebentitel:

umreu.

Motto:

Der Mensch ist der große Gedankenstrich im Buche der Natur.

Auswahl aus des Teufels Papieren

I

Entschuldigung

bei den Lesern der sämmtlichen Werkein Beziehung aus die unsichtbareLoge.

Ungeachtet meiner Aussichten und Versprechun-gen bleibt sie doch eine geborne Ruine. Vordreißig Jahren hätte ich das Ende mit allemFeuer des Anfangs geben können, aber das Al-ter kann nicht ausbauen, nur ausflicken, was diekühne Jugend aufgeführt. Ja man setze sogaralle Kräfte des Schaffens ungeschwächt, so erschei-nen ihnen doch nicht mehr die vorigen Begeben-heiten, Verwicklungen und Empfindungen desFortsetzens werth. Sogar in Schillers DonCarlos hört man daher rwei Zeiten und zweiStimmen.

Noch ein Werk, die biographischen Belustigun-gen unter der Hirnschale einer Riesin steht in derReihe dieser Sammlung ohne Dach — und Bau-rede da — aber es ist auch das letzte, — und sinddenn zwei unausgebaute Häuserchen so gar schwer

zu verzeihen in einem Corso von Gebäuden allerArt — von Gartenhäusern — großen Sakristeien,wenn auch ohne Kirchen — Irren- und Rathhäu-sern — kleinen Hörsälen — vier Pfählen — Dach-stuben — Erkern — und italiänischen Kellern. —Wenn man nun fragt, warum ein Werk nichtvollendet worden, so ist eS noch gut, wenn mannur nicht fragt, warum es angefangen. WelchesLeben in der Welt sehen wir denn nicht unterbro-chen ? Und wenn wir uns beklagen, daß ein un-vollendet gebliebener Roman uns gar nicht berich-tet, was aus Kunzens zweiter Liebschaft und El-sens Verzweiflung darüber geworden, und wie sichHans aus Leu Klauen des Landrichters und Faustaus den Klauen des Mephistopheles gerettet hat—so tröste man sich damit, daß der Mensch rundherum in seiner Gegenwart nichts sieht als Kno-ten , — und erst hinter seinem Grabe liegen dieAuflösungen; — und die ganze Weltgeschichte istihm ein unvollendeter Roman. —

Baireuth, im Oktober 1825.

Ieau Paul Fr. Richter.