Band 
I.
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Die unsichtbare Loge.

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donnere mit; aber Oefel ahmte keinen von unsnach und verachtete Dich sehr, mein Publikum,und setzte Dich Höfen nach: --mich sagt' er, sollniemand lesen, wenn er nicht jährlich über 7000Livreö zn verzehren hat.--

Künftigen Sommer reiset er als Luvvxö anden * * schen Hof ab um die Unterhandlungenwegen der Braut des Fürsten, die schon neben ih-rer Wiege angesponnen und abgerissen wurden,neben ihrem D. Grahams Bette wieder anzuknü-pfen. Der Fürst mußte sich im Grunde mit ihrvermählen, weil ein gewisser dritter Hof, dernicht genannt werten darf, sie dadurch einemvierten, den ich gern nennen möchte, entziehenwollte. Man glaube mir aber, es glaubt keinMensch am ganzen Hofe des Bräutigams, daßer an den Hof der Braut verschickt werde, weildort etwa schöne Geister und schone Körper ge-suchte Waare sind: wahrhaftig in beiden Schön-heiten war er von jedem zu überbieten; aber ineiner dritten Schönheit war ers nur leider nickt,die einem Luvoz-ü „och nöthiger und lieber alsdie moralische ist — im Geld. An einem insol-venten Hof hat der Fürst die erste, uns der Mil-lionär die zweite Krone. Ich habe oft den ver-dammten Erbschaden des Scheerauischen Fürsien-thums verflucht und besehen, daß selten genug daist, und wir hälfen uns gern durch einen Nazio-nalbankerut, wenn wir nur vorher Nazivnalkreditbekämen. Aber außer diesem Fnrsienthum hab'ich auf meinen Reisen folgende vier Regionennirgend angetroffen als am Aetna selbst; erstlichdie fruchtbare und zweitens die waldige Re-gion unten am Throne, wo Früchte und grasendesund jagdbares Pöbelwild zu haben ist, drittens dieEisregion des Hofes, die nichts gibt als Schim-mer, viertens die Feuerregion der Thronspitze,wo außer dein Krater wenig da ist. Ein Thron -Krater kann selber Goldberge einschlucken, verkal-ken, auswerfen als Lava.

Zum Unglück gefiel ihm Gustav, weil er seinejugendliche Menschenfreundlichkeit für ausschlie-ßende Anhänglichkeit an sich ansah, seine Beschei-denheit für Demüthigung vor Oefelscher Größe,seine Tugenden für Schwachheiten. Er gefiel ihm,weil Gustav für die Poesie Geschmack, und folg-lich, schloß er, für die seinige den größten hatte;denn Oefels adeliges Blut lief wider die Na-tur in einer dünnen poetischen Ader, und ineiner satirischen dazu, dacht' er. Vielleichtfand auch Gustav in seinen Jahren des Geschmacks,wo den Jüngling die poetischen kleinern Schön-heiten und Fehler entzücken, zuweilen die Oefel-schen gut. Wie uun schon Rousseau sagt, erkönne nur den zum Freund erwählen, dem seineHeloise gefalle: so können Bellettristen nur sol-chen Leuten ihr Herz verschenken, die mit ihnenAehnlichkeit. des Herzens, Geistes und folglich deSGeschmackes haben, und die mithin die Schön-heiten ihrer Dichtungen so lebhaft empfinden alssie selber.

Was indessen Oefel an Gustav am höchstenschätzte, war, daß er in seinen Roman zu pflanzenwar. Er hatte in der Kadetten-Arche sieben undsechzig Exemplare studiert, aber er konnte davonkeines zum Helden seines Buchs erheben, zum

Großsultan, als das acht und sechzigste,Gustav.

Und der ist gerade mein Held auch. Das kannaber unerhörte Leselust mit der Zeit geben, undich wollte, ich läse meine Sachen und ein andrerschriebe sie.

Er wünschte meinen Gustav zum künftigen Er-ben des ottvmannischen Throns auszubilden, ihmaber kein Wort davon zu sagen, daß er Groß-herr würde — weder im Roman, noch im Leben;

— er wollte alle Wirkungen seines pädagogischenLenkseils niederschreiben und üderlragen aus demlebendigen Gustav in den abgedruckten. Aber dasetzte sich dem Bileam und seiner Eselin ein ver-dammter Engel entgegen; Gustav nämlich. Oe-sel wollte und mußte aus dem Kadetteuhause, woseine Zwecke befriedigt waren, ins alte Schloß zu-rück, wo neue seiner warteten. Erstlich aus demalten Schloß konnt' er leichter in die kartestani-schen Wirbel des neuen, der Visiten und Freu-den springen uns sich von ihnen drehen lassen;

— zweitens konnt' er da mit seiner Geliebten, der

Ministerin, besser zusammen leben, die alleTage hinkam und welche der Liebe die Tugendund die Liebe der Assembleen - Jagd aufopferte —drittens ist die zweite Ursache nicht recht wahr,sondern er machte sie der Ministerin nur weiß,weil er »och eine dritte hatte, welche Beata war,die er in ihrem Schlosse aus dem steinigen zu be-schießen, wenigstens zu blockieren vorhatte.-

Fort mußt' er also; aber Gustav sollte auchmit.

--Das ist den Augenblick zu machen-- (dachteOefel) --er soll mich am Ende selber um das bitten,um was ich ihn bitte.-- Ihm war nichts lieberals eine Gelegenheit, jemand zu seinem Zweck zulenken — das Lenken war ihm noch lieber als dasZiel, wie er in der Liebe die Kriegzüge der Beutevorzog. Er hätte als Gesandter aus Krieg Frie-den und aus Frieden Krieg gemacht, um nur zuunterhandeln. — Er zog, um Gustaven nahe zukommen, seine erste Parallele; d. h. er stach ihmmit seiner spitzen Zunge ein schönes Bild der Höfeaus: daß sie allein das «avoii- virre lehren undalles, und das Sprechen, wie denn auch die Hunde,je kultivierter sie sind, desto mehr bellen, derSchooßhund mehr als der Hirtenhund, der wildegar nicht — daß durch sie ein Paradieses-Stromvon Freuden brause — daß man da an der Quelleseines Glücks, am Ohre des Fürsten und am Kno-ten der größten Verbindungen stehe — daß manintriguiere», erobern :c. könne. Es war in Oe-fels Plan, dem kle nen Großsultan nicht einmaldie Möglichkeit, inS alte Schloß mit zu kommen,zu verrathen: --um so mehr reiz' ich ihn-- dacht'er. Es ging aber nicht mit dem Reizen, weilGustav noch nicht aus den poetischen Idyllen-Jahren, wo der aufrichtige Jüngling Höfe undVerstellung hasset, in die abgekühlten hinüberwar, wo er sie sucht. Oefel studierte wie Hof-leute und Weiber, nur Einzelwesen, nicht denMenschen.

Nun wurde die zweite Parallele gezogen undder Festung schon näher gerückt. Er ging einmalau einem Vormittage mit ibm in den Park spa-zieren, als er gerade die Resioeutin da zu