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genug, obgleich in Despotieen deren noch mehrsein mag, als in jenen und in Republiken. Einwahrer despotischer Staat hat, wie ein erfrvrnesFaß Wein, nicht seinen (Freiheit--) Gei st ver-loren, sondern ihn nur aus dem wässerigen Um-kreis in einen Feuerpunkt gedrängt; in einemsolchen glücklichen Staate ist die Freiheit blos un-ter die wenigen, die dazu reif sind, unter denSultan und seine Bassen vertheilt, und dieseGöttin (die noch öfter als der Vogel Phönir ab-gebildet wird) hält sich für die M eng e der An-beter desto besser durch den Werth und Eiferderselben schadlos, da ihre wenigen Epvpten oderEingeweihten — die Bässen — ihren Einfluß ineinem Maß genießen, dessen ein ganzes Volk niehabhaft wird. Die Freiheit wird gleich den Erb-schastmassen durch die Menge der Erbnehmer klei-ner ; und ich bin überzeugt, der wäre am meistenfrei, der allein frei wäre. Eins Demokratie undein Oclgemälde sind nur auf eine Leinwand ohneKnoten (Ungleichheiten) aufzutragen, abereine Despotie ist eine erhobene Arbeit — odernoch sonderbarer: die despotische Freiheit wohntwie Kanarienvogel nur in hohen Vogelbauern,die republikanische wie Emmerlinge nur in lan-gen.—
Ein Despot ist die praktische Vernunft einesganzen Landes; die Unterthanen sind eben so vieledagegen kämpfende Triebe, die überwunden wer-den müssen. Ihm gehört daher die gesetzgebendeGewalt allein ( die ausübende seinen Günstlin-gen); — schon bloße gescheite Männer (wie So-lon, Lykurg) hatte» die gesetzgebende Gewaltallein, und waren die Magnetnadel, diedas Staatschiff führte; ein Despot besteht alsThronfolger von jenen, fast aus lauter Gesetzenaus fremden und eignen zugleich, und ist derMagnetberg, der das Staatschiff zu sich be-wegt. — --Sein eigner Sklave sein, ist die här---teste Sklaverei-- sagt ein Alter, wenigstens einLateiner; der Despot fordert aber von andernnur die leichtere, und nimmt auf sich die schwerere.— Ein anderer sagt: purere »eire, pur impe-rio sloriu est; Ruhm und Ehre erbeutet alsoei» Negersklave so viel, wie ei» Negerkönig. —Servl pro null!» Uubeiitur; daher fühlen auchpolitische Nullitäten den Druck der Hofluft so we-nig, wie wir den der andern Luft; despotischeRealitäten aber verdienen schon darum ihre Frei-heit , weil sie den Werth derselben so sehr zu füh-len und zu schätzen wissen. Ein Republikaner imediern Sinn, z. B. der Kaistr in Persien, dessenFreiheitmütze ein Turban und dessen Freiheitbaumein Thron ist, ficht hinter seiner militärischenPropaganda und hinter seinen Ohnehosen mit ei-ner Wärme für die Freiheit, wie sie die altenAutores in den Gymnasien fordern und schildern.Ja wir sind nie berechtigt, solchen Thron-Repu-blikanern Brutus Seelengröße früher abzusprechen,als man sie auf die Probe gesetzt; und wenn inder Geschichte das Gute mehr aufgezeichnet würde,als das Schlimme, so müßte man schon jetzt unterso vielen Schachs, Chans, Rajahs, Kalifenmanche» Harmokion, Aristogitvn, Brutus gc.auszuweisen haben, der im Stande war, seineFreiheit (Sklaven kämpfen für eine fremde) sogar
mit dem Tode sonst guter Menschen und Freundezu bezahlen. —
Ende des erbettelten Ertrablättchens über diegrößere Freiheit in Despotieen.
Das Extrablättchen und der dritte Akt ist aus,aber dieser war ernsthafter und kürzer, alsjenes.
Vierter Akt. Indem ich den Vorhang herabund wieder hinauf warf: setzte ich die Welt ausdem kürzesten Akt in den längste». Zur Prinzes-sin — die jetzt, wie die deutsche Reichsgeschichtemeldet, sitzt — trat ihre Landsmannschaft *, dieweder sehr ehrlich, noch sehr dumm aussah, dieOberhofmeisterin, der Hofbeichtvater, der Hof-Aeskulap, Damen und Bedienten und alles. Die-ser Hofstaat nimmt nicht Abschied — der ist schoningeheim genommen — sondern rekapituliert ihnblos durch eine stille Verbeugung. Der nächsteSchritt aller Welschen war aus dem Mittelzimmernach — Italien.
Die Jtaliäner gingen vor Sebastians Waaren-lager vorbei und wischten aus ihrem Gesicht, dessenfeste Theile en Iiaut-rolivk waren — die deut-schen waren v» da» i-eliek — einen ediernSchimmer weg als jener ist, den Höfe geben :— Viktor sah unter so vielen akzentuierten Au-genknochen die Zeichen seiner eignen Wehmuthvervielfältigt, die ihn für das willige fremde Herzbeklemmte, Las allein zurückblieb unter dem fro-stigen Thron- und Wolkenhimmel der Deutschen,von allen geliebten Sitten und Szenen weggeris-sen, mikroskopischen Augen vorgeführt, derenBrennpunkt in weiche Gefühle sengt und an eineBrust von Eis gebunden ....
Als er alles dieses dachte und die Landsleutesah, wie sie einpackten, weil sie kein Wort mehrmit der Fürstin sprechen durften — und als er diestumme gelenkte Gestalt drinnen ansah, die keineandere Perlen zeigen durfte, als orientalische(obgleich der Traum und der Besitz der letzlernabendländische bedeutet : Thränen mein' ich), sowünscht' er : --ach du Gute, könnt' ich nur einen--dreifachen Schleier so lange über dein Auge zie---hen, bis es eine Thräne vergossen hätte! —--Dürft' ich dir nur die versteigerte Hand küssen,--wie deine Hofdamen jetzt thun, um mit meinen--Thränen die Nähe eines gerührten Herzens auf--die verkaufte Hand zu schreiben ...
Seid weich und erweitert nicht Fürstenhaß zuFürstinnenhaß! Soll uns ein gebeugtes weiblichesHaupt nicht rühren, weil es sich auf einen Tischvon Mahagoni stützt, und große Thränen nicht,weil sie in Seide fallen? „Es ist zu hart" —sagte Viktor im Hannöverschen — „daß Dichter„und inasioti-l legente», wenn sie neben einem„Lustschloß vorbeigehen, mit einer neidischen Scha-denfreude die Bemerkung machen, darin werde„vielleicht eben so viel Thränenbrod gebacken, wie„in Fischerhütten. O wohl größeres und härteres!„Aber ist das Auge, aus dem im Dachsbau eines„Schotten nichts Thränen presset, als der Stuben-„rauch, eines größer» Mitleids werth, als jenes„zarte, das gleich dem eines Albinos schon von
-> Der Flachscnfingische Hofstaat küßte zwar die Handclicr; aber man wird schon sehen, warum ichs umkehre.