Band 
I.
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Hesperus

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narren genannt hatte — still den Hut des kurzenProvisors, der in solchen des ZerknickenS wegenseine Siergefälle niedergelegt hatte, und setzte be-sagte Eier dem Professionverwandten ohne In-grimm auf; und mit geringem Druck paßte er denDoktorhut, der eine halbe Elle zu hoch saß, seinemFreunde — um so mehr, da auch Kastor und Pol-lup Eierschalen aufhatten — promovierend rechtan, und ging fort, vhne eben viel Dank für dasaufgesetzte Filzgefüllsel und den fließenden Gesicht-umschlag haben zu wollen.

Schlägereien breiten kleine, wie Kriege großeWahrheiten aus. Der Hofkaplan Eymanu sandteein langes Glückwunschschreiben an Viktor undhieß ihn „Jenners Nierenlenker" und bat umseine» Besuch. Ein „Ranzenadvokat" klopfte beiihm wie bei einer höhern Instanz an, und bat ihnum eine fürstliche Einschreitung gegen das Regier-kvllegium. Der Apotheker hält mit seinem Gesuchum ein Lavement noch zurück.

Viktor sparte sich noch den ersten Besuch in St.Lüne auf wie eine reifende Frucht ^ und ärgertedadurch den Regierratb, der ihn hinberedenwollte. Aber er sagte: „die Hinterbliebenen eines„Orts sehnen sich »ach dem, der daraus fort ist,„so lange unbeschreiblich, bis er den ersten Besuch„gemacht, so wie er auch. Nach dem ersten paffen„beide Parteien ganz gesetzt und kalt den zweite»„ab." — Was er nicht sagte und dachte, aberfühlte und fürchtete, war: daß seine HalbgöktiuKlotilde, die das Ailerheiligste in seiner Brust be-wohnte , und die seiner Seele durch ihre Unsicht-barkeit theurer, nöthiger und eben darum ge-wisser geworden war, ihm vielleicht bei ihrerErscheinung alle Hoffnungen auf einmal aus seinemHerzen ziehe. —

Es war am Abend des empfangenen Eymanni-schen Briefes, wo er so phantasierte: "wenn doch„Ienner nur so gesund bliebe! — Er muß Bewe-gung haben, aber eine ungewohnte — der Reiter„muß gehen, der Fußgänger fahren. — Wir sollten"miteinander zu Fuß durchs Land ziehen, verklei-»det. — Ach ich könnte vielleicht manchem armen"Teufel nützen — wir schlichen heimwärts durch»St. Lüne ——Nein, Nein, Nein" . . .

Er erschrak selber vor einem gewissen Einfall —denn er besorgte, er würde ihn, da er ihn einmalgehabt, auch ausführen, daher sagte er dreimalNein dazu. Der Einfall war der. den Fürsten zuKlotiltens Eltern Hinzubereden. — Es half abernichts: eS siel ihm bei, daß sein Vater ein zu stren-ges Rügegericht über den Kammerherrn und denMinister gehalten — "was will mi'- Le Baut scha-"den! Wenn ich dem armen Narren nur drei Son-"Nenblicke von Ienner zuwendete! — Das Geschei-"teste ist, ich denke heute nicht mehr darüber»nach."

Der Hund wird uns Antwort bringen; ich meinesOrtes wette — ein seiner Menschenkenner auf mei-ner Insel wettet hingegen, der Held macht diesenSpaß — daß er ihn nicht macht.

18 . Hundposttag.

Ltandcccrhöhung Klotildens —Inkognito-Reise —

Bittschrift der Vkristjägcrmcisterci — cklonsisto-

rialkote — perierbild der Machfensinger.

Freilig Macht' er ihn, den Spaß; aber ich ver-lier' im Grunde nicht. Denn es war so: vvmTage an, wo I». Kuhlpepper vor der vollblütigenNase Zeusels mit seiner groben Hand wie mit ei-nem elektrischen Auslader vorbeigegangen war,drängte sich der Mann mit drei Uhren an mei-nen Helden, der nur eine und noch dazu des Zeid-lers plumpe trug. Zeusel dankte überhaupt Gottwenn sich nur ein Hvffourier bei ihm betrauk, undder Hofdentiste überfraß. Er kam immer mit ge-wissen geheimen Nachrichten. die zu publizierenwaren. Er behielt nichts bei sich, und hätte manihn unter seine Apotheke zu hängen gedrohet. Ersagte unserm Helden, daß der Minister um dieStelle der zweiten Hofdame für seine Joachimebei der Fürstin werbe, die sich blos die weiblicheDienerschaft selber wählen durfte — daß jener aberes nicht geradezu thun dürfe, weil er oder seinSohn Matthieu dem Kammerherrn Le Baut ver-sprochen, die nämliche Stelle Klotilde» zu ver-schaffen — er bat aso meinen Helden, der, wie ersehe, Matthieus Freund sei, ihm die Verlegenheitzu ersparen und den Fürsten zu bewegen (welchesnur Ein Wort koste), daß dieser selber bei derFürstin die Bitte nm Joachime einlege — dieFürstin, die ohnehin den Minister protegiere,würd' es aus mehr als Einem Grunde mit Freu-den thun, und der Minister könnte dann nichtsdafür, wenn der Kammerherr, der Feind desLords, leer ausgingen. —

Der Tropf, sieht man, hatte blos aus den zweieingefangncn Nachrichten der zwei Amtwerberin-nen den ganzen übrigen Rechtgang errathe», undselber der Umstand, den ihm Matthieu entdeckte,daß der Minister einen Viertels - Flügel seinesPalastes für eine Freundin seiner verstorbnenTochter Giulia räume, hatte ihn nur mehr befe-stigt. So sehr ersetzt Bosheit nicht nur Jahre,sondern auch Nachrichten und Scharfsinn.

Mein Held konnte ihm nichts sagen, als: erglaube nichts davon. Aber in drei einsankenMinuten glaubte er alles — denn deswegen, saher , mußte die liebe Klotilde gerade bei der Er-scheinung der Fürstin aus dem Stifte zurück —deswegen wurde der Minister - Sohn von LeBaut mit soviel Rauch- und Dankopfer- Altärenumbauet —deswegen brachte die Alte (im sechzehn-ten Hundpositage) dem Hvfleben solche Ständchenund so laute — überhaupt sind, sah er noch, zweisolche geächtete gefangne Hofjuden in Babylon desTeufels lebendig, bis sie in der alten heiligenStadt wieder sitzen, und wenn sie gerade eineschöne Tochter habe», so wird diese zur Vorspannder Fahrt gebraucht und zur Montgolfiere desStechens. . .

"O komm nur, KlotilLe — rief er glühend —