Band 
I.
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Hesp

net voll Heiligenbilder. Mit der Unpäßlichkeit derAugen war eine Quelle des Gesprächs weggenom-men ; und ihr Stolz vertrat zugleich seiner Em-psindung und Lautte den Zugang. Ob er es wohlhundertmal zu ihr in seinem Innern sagte: „quäle,,dich nicht, stolze Seele, ich bin kein Günstling,„ich will dir nichts nehmen, am wenigsten deinen„Stolz oder frenide Liebe — o ich weiß was eS ist,„keine zu erlangen:" so blieb er doch (»ach sei-ner Meinung) kalt vor ihr, und zog mit derärgerlichen Aussicht ab, baß ihm seine gute Kurdie Wiederkehr abschneide; denn die andern Hof-besuche waren doch keine freimüthigen Krankenbe-suche. Vor der fatalen Kompaßuhr erschrak ertäglich weniger, außer wenn er eben froherwar.

— Manche Leute würden eher ohne Häuserals ohne Bauen leben; Viktor lieber ohne Lebens-lust, als ebne Luftschlösser; er mußte immerdas LotterielooS und die Akzie irgend eines Plan-in der Zukunft stehen haben, und eine Frau warmeistens die Maskvpeischwestsr in diesem Groß-avanturhandel. Diesmal war er auf die Versöh-nung IennerS und AgnolaS erpicht. Er schloß so:sie ist auf beide» Seiten leicht — Jenner wirdseht immer AgnolaS Gesellschaft suchen, obwohlblos auS List, um in die künftige ihrer HofdameKlotilde mit mehr Anstand zu kommen, die er imStande ihrer Ehelosigkeit noch ohne Schaden nachseinem Gelübde lieben kann — daS wird ihn,da er weder einem langen Lobe noch einem langenUmgang widerstehen kann, unvermerkt an Agnolagewöhnen —diese, die jetzt verlassen, auf der SeitedeS Minister Schleimes steht, wird die vereinigteAchtung Viktors und IennerS nicht auSschlagenu. s. w. . . .. Ob ihn aber nur die Schönheit derHandlung, nicht auch die Schönheit der Fürstin zudiesem Mittleramt anmahnet, daS kann das ListeKapitel noch nicht wissen; meinetwegen sei eS in-dessen: sein verblutet-k altes Innere, auSwelchem noch das Klavier und Klotildens Nameund daS Morgenerwachen blutlose Dolche ziehen,hat ja daS Getöse der Welt ,so nöthig, und jedesUebertänben der Wunden!

Mit der Absicht solcher Friedenpräliminarien ent-schuldigte er seinen künftigen Ungehorsam gegenseine» Vater, der ihm daS SchlenneSscbe HauS zusuchen abgerathen; denn da die Fürstin immerhinkam, so warS der schicklichste neutrale Ort zumFriedenkongresse. O! nur ein halbes-

Ertrablatt über töelstcroollr Häuser!

DaS HauS von Schleimes war ein offner Buch-laden, dessen Werke (die Töchter) man da lesen,aber nicht nach Hause nekmen konnte. Obgleichdie fünf andern Töchter in fünf Privatbibliothe-kvn als Weiber standen, und eine in der Erde zuMaienthal die Kindereien deS Leben- verschlief:so waren doch in diesem Töchter-HandelhauS nochdrei Freiexemplare für gute Freunde feil. DerMinister gab bei den Ziehungen auS der Aemter-Lotterie gern seine Töchter zu Prämien für großeGewinnste und Treffer her. Wem Gott ein Amtgibt, dem gibt er, wenn nicht Verstand, doch eineFrau. 2n einem töchterreichenHause müssen, wie

crus.

in der PeterSkirche, Beichtstühle für alleVölker, für alle Charaktere, für alle Fehler stehen,damit die Töchter als Beichtmütter darin sitzenund von allen absolvieren, blos die Ehelosigkeitausgenommen. Ich habe oft als Naturforscher dieweisen Anstalten der Natur zur Verbreitung sowohlder Töchter als Kräuter bewundert. Jsts nichteine weise Einrichtung, sagt' ich zum »aturhiflori-schon Göze, daß die Natur gerade denen Mädchen,die zu ihrem Leben einen reichen mineralischenBrunnen brauchen, etwas Anhäkelndes gibt, womitsie sich an elende Ehe-Finken setzen, die sie an fetteOerter tragen? So bemerkt Linn6 * , wie Siewissen, daß Samenarten, die nur in fetter Erdefortkommen, Häkchen anhaben, um sich leichteranS Vieh zu hängen, das sie in den Stall undDünger trägt. Wunderbar streuet die Naturdurch den Wind — Vater und Mutter müssenihn machen — Töchter und Fichtensamen in dieurbaren Fvrstplähe hin. Wer bemerkt nicht dieEndabstcht, daß manche Tochter darum von derNatur gewisse Reize inbenan »te n Zahlen hak,damit irgend ein Domherr, ein deutscher Hero, einKardinaldiakonus, ein apanagierter Prinz oder einbloßer Landjunker herkomme und besagte Reizendenehme, und als Brautführer oder englischer Braut-vater sie schon ganz fertig irgend cineni sonstigenTropfe übergebe, als eine auf den Kauf gemachteFrau? Und finden wir bei den Heidelbeeren einegeringere Vorsorge der Natur? Merket nichtderselbe Linnß in derselben Abhandlung an, daßsie in einen nährenden Saft gehüllet sind, damitsie den FnchS anreizen, sie zu fressen, worauf derSchelm — verdauen kann er die Beeren nicht —so gut er weiß, ihr Säemann wird? —

O mein Inneres ist ernsthafter als ihr meint,die Eltern ärgern mich, die Seelenverkäufer sind:die Töchter dauern mich, die Negersklavinneuwerden — ach istS dann ein Wunder, wenn dieTöchter, die auf dem westindischen Markte tanzen,lachen, reden, singen mußten, um vvm Herrn ei-ner Pflanzung heimgeführt zu werden, wenn diese,sag' ich, eben so sklavisch behandelt werden, als sieverkauft und eingekauft wurden? Ihr armenLämmer! — Und doch, ihr seid eben so arg wieeuere Schaf-Mütter und Väter — was soll manmit seinem Enthusiasmus für euer Geschlecht ma-chen, wenn mau durch deutsche Städte »eiset, wojeder Reichste oder Vornehmste, und wenn er einweitläuftiger Anverwandter vom Teufel selbstwäre, auf dreißig Häuser mit dem Finger zeigenund sagen kann: ich weiß nicht, soll ich mir ausdem perlfarbenen, oder aus dem mißfarbenen, oderetwa» aus dem stahlgrünen Hause eine holen undheirathen? offen stehen die Kaufläden alle.-- —Wie, ihr Mädchen, ist denn euer Herz so wenigwerth, Laß ihr dasselbe wie alte Kleider nach jederMode, nach jeder Brust zuschneidet; und wird esdenn wie eine sinesische Kugel, bald groß, baldwinzig, um in eines männlichen Herzens Kugel-form und Eher, ngflitteral einzupassen?---ES muß„wohl, wenn man nicht sitzen bleiben will, wie die--heilige Jungfer dadrüben-- antworten mir die,

- S. dessen ,-uvoen. aoaä. die Abhandlung von der bk>wohnten Erde.