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Hesperus.
kodillensier zugleich brütet, nähern Antheil nahmen— voer weswegen sonst. Er berichtet mir über-haupt nichts weiter von ihnen, als ihre Namen,nämlich Kaspar, Melchior und Balthasar *, welchesdie Namen der heil. drei Könige aus Morgenlandwaren.
Der, welcher sich aus Laune Melchior nannte,verbarg unter einer phlegmatischen Eiskruste eineGleicherglut und wareinHekla, der erst seineEilberge spällt, eh' er Flammen ausschüttet; mitkaltem Auge und schlaffer Stimme und welkerStirne sprach er einsilbig, vielsinnig, gepreßt, —ersah die Wahrheit nur in einem Brennspiegel undseine Dinte war eins wegreißende Wasserhose. —Der zweite Engländer war ein Philosoph undDeutscher auf einmal. Den älteren Kato, der zu-gleich den Mvrenkönig vorstellte, kennt jeder. ESist mir so lieb, als wenn ichs selber wäre, daß ge-rade mein Held durch eine größere heitere Beson-nenheit der Denkfreiheit von ihnen allen unterschie-den war — ich meine jenes soldatische helle Auge,das frei über und durch den Garten der Bäumedes Erkenntnisses umherblickt und das wähletwie ein Mensch, anstatt daß andre von, Instinktirgend einem Satze, irgend einem Apfel die-ser Bäume ausschließend zugetrieben werden,wie jedes Insekt seiner Frucht. Die moralischeFreiheit wirkt so gut auf unsere Meinungen, alsauf unsre Thaten; und trotz der Entscheidgründebeim Verstände und trotz der Beweggründe beimWillen wählt doch der Mensch sowohl sein Sy-stem als sein Thun.
Daher wären die Drillinge beinahe noch vordem Abendessen kalt gegen Sebastian gewordenim Lieben, blos weil ers war im Urtheilen. Erwar heute mit ihnen zum erstenmale in einem Falle,worein er mit Flamin jeden Tag dreimal gerieth:gewisse Meirichen verschmerzen lieber uneinge-schränkten Widerspruch, als eingeschränkten Bei-fall. Die Sache war die:
Matthieu gab durch seine satirischen Uebertrei-bungen, der kleinen Unähnlichkeit zwischen Viktor jund ihnen ein immer größeres Hervortreten. Er >sagte, (nicht um anzuspielen, sondern um es zuscheinen) die Fürsten, von denen die Untertha-nen, wie vorn sinesischen König, die Witterung desStaats erbäten, hälfen sich wie jener Rektor, derden Kalender selber verfaßte und seinen Schülern(liier den Günstlingen der Fürsten) zuließ, dasWetter dazu zu machen. Auch sagt' er, dieDichter könnten wohl für die Freiheit singenaber nicht sprechen, sondern sie machten infurchtsamer Verfassung unter der Larve der Tra-gödienhelden die Stimme der Helden nach, so wieer einen ähnlichen Spaß oft an einem gebratnenKalbkvpfe gesehen, der der ganzen tablv zu brüllengeschienen wie ein lebendes Kalb, indeß nichts als
« Nach der gemeinen Meinung; denn ich bin der an-dern zugethan, nach der sie heißen Ator, Sator, Pcrato-ras — Diese Namen unterscheiden die Könige ganz vonden Hirten, die Milati, Achect, Syriakus und Stepha-uus heißen und auch eher kamen, was ich alles aus Oa-«aub. v.rni'Lit. Nil Xn». Karo», II, 10, hier abschreibe,weil ich mich gar nicht schäme, etwas Unnützes zu wis-sen, sobald ein Casaubvnus sich desselben nicht schämt undsobald es noch dazu ein gelehrtes ist. >
ein lebender Laubfrosch darin gesteckt hätte,der sich blos mit seinem Quaken daraus hörenlassen. »Aber eine noch größere Feigheit wärS"(jagte Viktor), nicht einmal zu singen; allein ich"weiß, die Menschen sind jetzo weder barbarisch--»och gebildet genug, um die Dichter zu genießen»und zu befolgen; die Dichter, die Reli-»gion, die Leidenschafte n und die Weiber»sind vier Dinge, die drei Zeiten erleben, wovon»wir erst in der mittlern sind, sie zu verachten;»die vergangne war, siezn vergöttern, die"künftige ist, sie zu verehren." Die erzürn-ten Drillings glaubten besonders, die Religionund die Weiber wären blos für den Staat. Vik-tors republikanische Gesinnungen waren ihnenohnehin schon wegen seiner aristokratischen Ver-hältnisse zweideutig. Da er nun gar dazu setzte:die Staatenfreiheit habe mit den kleinern Abga-ben, mit größerer Sicherheit des Eigenthums, mitbesserem Wohlleben, kurz mit der Steigerung dessinnlichen Glücks gar nichts zu schaffen, alles dieswohne oft noch reichlicher in Monarchieen, unddas, wofür man Eigenthum und Leben opfere,müsse doch etwas Höheres sein, als Eigenthum undLeben — da er ferner sagte: ein jeder Menschvon Bildung und Tugend lebe in einer republi-kanischen Regicrform trotz den, Verhältnissen sei-nes Leibes, so wie ja Gefangene in Demo-krat i e e n koch die Rechte der Freiheit genießen— und da er gar nicht sowohl für den Ministerund das Oberhaus, als für das englische Volk derWaffenträger und Kvntradiktor wurde, weildie Grundsätze von den ersten beiden von jeherdes letzten seine bekriegt und doch nicht bestimmthätten; weil die jetzige Klage so alt wäre, wiedie (englische) Revvluzivn; weil der Grundrißder letzten nur in einer förmlichen Gegenrevolu-zivn zerschlitzet werden könnte, weil alle Unge-rechtigkeiten nach dem Schein der Gesetze be-gangen würden, welches besser wäre, als eineGerechtigkeit wider den Schein der Gesetze;und weil das Sprachgitter, Las man jetzt umdie englische Preßfreiheit * gemacht, nicht schlim-mer sei, als die Athenischen Verbote zu philoso-phieren, sondern besser als die Erlaubnisse der rö-mischen Kaiser, auf sie zu pasquillieren.-
. . . Die Engländer lieben lange Röcke undReden. Da er mit »da" anfing: so muß inseinem wie in meinem Perioden --so" daraufkommen. . . .
So wars keinem Teufel recht, und Kato der äl-tere sagte: »wenn er diese Prinzipien im Ober-,-hause vortrüge, so enstünde der größte Lärm dar-»über, aber aus Beifall, und jeder Hörer schrie»noch: I-sur dim!" Viktor jagte mit der Be-scheidenheit eines Weltmanns: er sei ein so war-mer Republikaner und Allbritte wie sie alle, nurheute sei er zu unfähig, um --aus Liesen Grundsä---tzen zu erweisen, daß er ihnen gleiche; — viel-leicht im nächsten Klub!" — --Und der kann(sagte der Hofkaplan) ,-an meinem Geburttage"gehalten werden, in wenig Wochen " — Wennwirs erleben, ich und die Leser, so wird man unshoffentlich als Altgevattern mit dazu einladen;
tlcbcrall ist von den Jahren 1792, 1793 die Rede.