Band 
IV.
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Politische Fastenpredigten.

genähert, als sich unsre von ihrem entfernt hat.Nur Nachbarländer verfälschen einander wechsel-seitig die Sprache, wie die französische, die italiä-nische Schweiz, Elsas u. s. w. Wenn im Mittel-alter das Latein als Staat-, als Altar- und alsKatheder-Sprache das Deutsche nicht aussagte; —wenn in Polen, neben dem Latein, Las da jederBedientes') spricht, das Polnische, wie daneben inUngarn das Ungarische fortbesteht, so seh' ich nicht,wie noch ein paar Hundert französische Wörterund Staatverhandlungen an eines» durchaus wider-spenstige, gewaltige Sprache wie Schwärmer ge-worfen, diese zerstören sollen, anstatt sie eiaensin-! niger und wilder zu machen, so wenig als so viel-^ jährige französische Einquartierung deutsche Städteund Dörfer um ihre Sprache gebracht. So fürchtedenn Niemand, daß wir unsere Bärensprache (**)r blos darum, weil wir gegen unsere Natur einigei Quadrillen nach Krieg-Musik zu tanzen haben,l verlernen werden: sondern wir werden, dies hoff'^ ich, auch ohne Wälder fortbrnnunen.

Bäume, wenn sie nicht blühen wollen, durch !starke Verletzungen zum Blühen nöthigen kann. l

Zwielichter.

1 .

Dölker-Schlagfluß.

Man schreiet, er habe den deutschen Staatkör-per getroffen. Recht gut, sag' ich ; die Glieder ha-ben also, wie bei allen Schlagslüssigen, nur dieBewegung verloren, aber die Empfindlich-keir behalten; aber ist Euch kurze Lähmung nichtlieber, als fühlloser,. sanfter, kalter Brand derVölker?

2 .

Morgenstralen im Jahr 18 ) 6 .

Die vorstehende Betrachtung geb' ich mit einemNachseufzer über die arbeitende Bvust, welchedamals in der gallischen zusammenziehenden Stick-luft sich mit' Gewalt aus ihren Krämpfen zu er-weitern suchte. Wälder brausen, ohne die Zweigezu regen; nur so viel war damals den Deutschenthunlich, inneres Regen und Tönen ohne äußeres.Gleichwohl behielt ich Recht, sogar in erquälkenHoffnungen; denn auch ein unausgesetzt fortzwin-gendes Leben des kaltheißen Jdeen-Molochs hättenur die alten Ernten und die neuen Saaten nie-dertreten können, nie aber die Samenkörner sel-ber. Sein Tod hätte plötzlich die Schneedecke ge-hoben. Vielleicht ein Jahrhundert früher in derliterarischen Laubknospenzeit der Deutschen, hättesein Frost mehr verwüsten können; aber eine dich-tende blühende Sprache wird von einiget, Jahr-zehnden noch weniger erdrückt als die griechischevon den so lange und so eifersüchtig niederbeugen-den Römern. — So wie aber vollends die Vorse-hung alles väterlich gelenkt, so wurde die Gefahrunserer Sprache ein neues Glück derselben; dennso sehr auch in Berlin — der Mutterloge höhererFrei-Maurer deutscher Freiheit — die Auferste-hung der altdeutschen Dichtkunst zum Beleben derScheinleiche Deutschlands trieb und entzündete:so war jene Auferstehung selber früher ein Werkals ein Gegengift der traurigen Zeiten; die Ael-test-Deutschen waren gleichsam die Auferstande-nen, die unter Christus Sterben aus ihren Grä-bern gingen und predigten- So bleibt auch fürVölker die Gärtner-Regel bewährt, daß man

Sobieskp's Geschichte von, M>iwe Coqer.

den berlinischen akademischenJahrbüchern behauptet, daß unsere Sprache am meisten denLonen des Baren, am wenigsten denen des Pferdes — letztesgegen die Meinung Karls XIU — entlehnt habe. Steebstber den Menschen. S. ro?L.

Geschrei wider Außen.

Dieses sollten wir erstlich schon darum einstellen,um dafür lieber ei» desto größeres wider Innen zuerheben,weil jenes doch in keinem Falle, dieses abervielleicht in manchem fruchten kann. Zweitensziehe man,um sanfter und leiser zu schreien, in Be-tracht, daß die Gegenwart gerade so sehr dieUnart habe, dem Besiegten zu viel nachzusehen,als die Vergangenheit die andere, dem Sieger zuviel zu verzeihen, z. B- Sieg-Schleichwege. Soi kommt auch die Mannzucht der Sieger vor ein

> härteres Gericht als die der Besiegten. Drittensl wäre man viel gerechter und milder, wenn mani nicht immer die verdorbene Hauptstadt mit deni reinern Landstädten, und nicht überhaupt die Pa-! riser mir den Franzosen, ja die K-Ettiers wieder! mit den Parisern verwechselte. Und viertens

i dürfte auch die Betrachtung nichts schaden, daß! ein Regent jetzv — in der noch feindlichen Stel-l lung der Erdstaaten gegen einander, welche eigent-i lich nur in Einen Bruderstaat zusammenfließen

> sollten — leine,« Lande sehr viel, wenigstens die

- Länder opfern könne, welche wiederum seines sich^ opfern wollten. Oder was ist den» Krieg, folglich

- dessen Friedeschluß anders als ein Loosen zwischenj zwei Ovferallären? — Man vergebe diesen Wahr-^ Heiken ihr altes Alter, da eben die Jugend als' festlebende Leidenschaft jedes Alter verkennt, aber

darum desto nöthiger hat.

! Männlichkeit der Autoren.

! Kein deutscher Mann beinahe schämt sich jetzo.! keiner zu sein, sondern er stellt als Dintenfaß eini Lakrimatvrium (Thränengefäß) hin und tunkt! ein, und setzt der Welt, (sogar schon auf den, Ti-telblatt) die Angstschweiß-Tropfen vor, die manihm in diesem und jenem --schrecklichsten Jahreoder Augenblicke seines Lebens" ausgepreßt.Schämt ihr euch denn — eurer llnmännlichkeitnicht sowohl als — eures öffentlichen Bekennt-