Band 
IV.
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Der Komet.

Ameisen dem schlafenden Midas Getreide auf demMunde ansammelten, die Studenten vielmehrAmeisen, die es dem Pfarrer vom Maule forttru-gen ? Wollen die fünf Vokale sogar fünf Gersren-brode sein und auf diese Weile das Volk abspeisen ?— Unerhört! ^

Sämmtliche magnetische Studenten überhaupt ^gingen unterwegs nicht redlich mit Weibern um, !welche sich zu kostbar und nackt kleideten, sondernsie thaten, als wären sie als die fünf klugen Jung-frauen für die fünf thörichten beordert. Wen»einige von diesen, indeß die ersten Eltern nach dem ^Genuße des verbotnen Apfels sich ihrer Nacktheit 'schämte», sich der ihrigen gerade rühmten und ^freueten : so trugen ihnen dies die magnetischenStudenten nach, bedachten aber nicht, daß eineheutige Eva gerade umgekehrt die Schlange zumAnbisse des verbotnen Apfels verführen will, ichmeine die eleganten männlichen Brillenschlangen,welche jedoch die Brille nicht, wie die »aturhistvri-sche, auf den Rücken gemalt, sondern auf die Nasegesteckt, tragen. Die Stundenten waren vielleichtüber die Mode, welche für Brust und Rücken nurden halben Anzug nimmt, nur aus dem Grundeverdrüßlich, aus welchem Kotzebue und Hufelanddarüber klagten, daß man die Selterflaschen nur ^mit halbe» Korken zugemacht verschicke, weildadurch der halbe Geist des Wassers verfliege.

Nun war (laut Tagebuch) der Student I h ineiner Residenz gerade gegen eine Weltdame be-sonders erbost, eine junge Sechsundvierzigerin,deren Blülenäste an Spieltischen bis ins Zwan-zigste durch Kunst gebogen überhingen, und anwelcher, so wie an manchen alten ergänzten Sta-tuen in Rom nur Ein Sechstel all ist, vielmehrein ganzes Sechstel jung war. Der Vokal nahmdie Dame daher jede Nacht vor einer Ballnachtund führte sie auf einen geträumten Hofball, woihr, so oft sie lächelte, die falsche Zahnperlenschnuraus dem Munde rollte auf die Halsperlenschnurherab; und wenn sie mit ihrem jungen Wangen-roth vor einem Spiegel vorbeiging, so war sie —die Schminke mochte noch so unverfälscht aufgetra-gen sein — aus der Rvthgießerin eine Gelbgieße-rin geworden. Was ihre Kleidung anbelangt,welche dem Busen und Nacken fehlen sollte, weilsie bei ihren Jahren die älteste Mode des Paradie-ses mit der neuesten der Zeit zu verschmelzen such-te, so ließ ihr dies der boshafte Student Ih im !Verträume nicht zu, sondern er verkorkte, verpet-schierte, inkrustierte, einballierte die Dame aufdem Hofballe so lange, bis er sie zu einem Mäd- ^

chen in Holland umgesetzt, das der Schönheit undGesundheit halber gewöhnlich ein Hemd trägt,und ein Wvllentuch auf der Brust und ein Kami-sol dazu, sammt einer Weste mit Aermeln f*) —dann einen Wollengürtel sammt Hosen — danneinen wollnen Rock — dann einen kattunenen —darauf eine kattunene (llreiuisv — und einenMantel mit Watten gefüllt — endlich drei PaarStrümpfe, nebst einem Paar Sockenschuhe mit Pelzdarüber als Schluß von unten, und drei Mühenals Schluß von oben. — Himmel, dergleichenmöcht' ich nicht einmal in Holland anhaben ! —Endlich versteht sich ohnehin, daß der erbitterteTraumvorturner, der bekannten BeobachtungHerders und anderer zum Trotze, nach welcherTräume in Las schönste Jugendalter zurück verse-tzen , die Dame gerade um eben so vieleJahre auf den Bällen voraus altern ließ. Zuhart! c

Etwas gelinder — aber nicht viel — wurden -vom vierten magnetischen Studenten Oh Damen !in einer kaufmännischen, an sich gut handelnden, !aber bössprechenden Mittelstadt, wo er mit denandern übernachtete, mitgenommen und traum-ärztlich behandelt. Je kleiner die Stadt, destokleinlicher die Nachrede, und nur eine große dul-det Großes. Da ein weiblicher Thee- oder Trink-zirkel erstlich sich selber beobachten muß — um esdem nächsten mitzutheilen — dann alles demgegenwärtigen mittheilt, was er in vorigen Zir-keln und Zirkeltangcnten beobachtet hatte: so sahin jener Mittelstadt eine Damenreihe mit denvier Fühlfäden der Ohren für Abwesende und derAugen für Gegenwärtige und mit der Zunge,welche überall ihre Spuren ließ, nicht anders —um ein possierliches Gleichniß vom Studenten Ohzu entlehnen — in ihren weit aufgesperrte» Reu-senhüten aus, als wie ein lebendiges Konchylienka-binet. wo aus den weiten Schneckcngehäusen dieKöpfchen mit den vier Fühlfäden schauen unddann alles überziehen, worüber sie ziehen. KeineNamen wurden ganz gelassen, als die verschollenenoder begrabenen, die sich hinter einem Grabsteinwehren und decken konnten. Wie schon dieWitwe aus der Asche ihres Mannes die besteLauge für ihren zweiten, zu dessen Weißwaschen,siedet; ja wie überhaupt die Verstorbenen vonJahrtausenden her gleich die Wäscher und dieAerzte der Lebendigen werden, so wie die Leiche»sich in Seife (**) verwandeln, und die Mumien

(*) Vertraute Briefe aus Holland. 17 K 7 .

(") Auf dem Gottesacker cles Irmooens (der unschul-digen Kinder) zu Paris wurden ganze Schichten l»