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Der Komet»
wann er zu», Taufstein und wann er zmn Grab-stein getragen wird; eine Geburt und eine Leicheblickt jeder sehr an; — aber den langen Mittel-weg von einem zum andern legen tausend Taglöh-»er, Kinder, Weiber, Schreiber, Höker. Stamm-halter, Majoratherren, Grafen, ohne sonderli-ches Aufsehen und ohne viel Glockengeläute undKanonendonner der Welt zurück, — so daß wirk-lich für die Welt der Mensch ein Bissen (Irvlus)ist, den ein organischer Leib nur zweimal ver-spürt, erstlich wann er eintritt in den Schlund,zweitens wann er austritt aus dem Aste r, zwi-schen beiden aber ungefühlt den ganzen Unterleibdurchrückt. — Aber, wie ganz anders geht es ei-nem Menschen in der dichterischen Geschichte; hiergenießen und bewundern ihn die Leser gerade amwenigsten, wann er, oder das Buch anfängt, undwann er, oder das Buch aufhört, denn sie legenes weg; aber wohl das, was zwischen dem erstenund dem letzten Blatte steht, ergötzt und ergreiftste stark, so wie er selber sein Geboren - und seinBegrabenwerden weniger spürt, als sein Zwischen-leben.
Alles überhaupt in der Welt ist sehr närrisch;besonders die Hauptsache derselben, und ick habeoft Gedanken darüber, die zu nichts führen.
Wer gegenwärtiges Lichtend- historisches Werkfür eine Alpenreise hält — worin den Leser Sel-tenheiten und Größen aller Art, Nadelbergesnixuilles) und Alpenrosen und Schnee-und Was-serfalle wohl leichter bestärke» als widerlegen —j dein sind einige Vorkenntnisse vom Klub, vomFreimäurer, vom Znchthausprediger und Malerso nöthig, als einem schweizerische» Bergreisereine Karte, des General Pfyffer Alpen aus Kork,ein Führer und ein Maulesel.
I» der Handelstadt Nom blühten vier gute! Kränzchen, welche um sich auszuzeichnen alsDeutsche, sich nach vier fremden Völkern nannten,nämlich englisch, französisch, griechisch und welsch,oder Klub, Ressource, Harmonie und Kassino.Es gehört weit mehr in meine allgemeine Geschichtedeutscher Klubs, als in diese Geschichte, daß im An-fange des neunten Zahrzehnds des vorigen Jahrbun-derts die gedachte» Nvmer Kränzchen ganz ins Wel-ken und Entblättern geriethen. Daher untersuch' ichhier nicht, ob damals mehr die Mainzer Klnbiste»den römischen einen bösen Geruch und dadurch et-was anhingen — zumal da überall ein politischer !Spürhöllenhund hlleodeinis) mit sechs Nasenlö-chern schnupperte und wedelte — oder ob am mei-sten der damalige Landhauptmann in Rom die ar-men vier Kränzchen allmälich aus einander zauseteund verstreute. Meine Privatmeinung ist mehrfür letztes; denn der Landhauptmann war einMann, welcher den Bürger ungern an einemSonntage, aber gern an sechs tüchtigen Werkelta- .gen hindurch sah, und der nur Einen Zubel liebte,das Dienstjubiläum (Dienstfekr). Alle Billard-beutel und Puderbeutel in Strick- und Scheer- 'beutel des Staates umstricken zu können, hätt' ergern noch bei seinen Lebzeiten von seinem Landes-herr» oder von Gott erfleht. Nach dem Todemußte er ohnehin in Las himmlische Jerusalem! einziehen, wo in keiner einzigen Gaffe ein Ar-! beithaus steht, und wo so viele Tausend Vollen-
dete bei so vielen Kenntnissen und so starken un-sterbliche» Leibern und unverwüstlichen Gliedma-ßen die schöne Ewigkeit mit Faullenzen hinbringen.Wie zarten Seelen, war ihm unter allgemeinenLustbarkeiten das Seufzen nahe, aber freilich nurals einem --allgemeinen Kameralkorrespondenten--des Staats; und seine Rede ist auch außer Rombekannt, daß er in der Weihnachlzeit an einem >Tannenbaume mit mehr Vergnügen einen Gehenk- §ten antreffe, als Marzipan und Nüsse, weil im !ersten Falle Loch der Baum noch lebe. Ueberhauptwar er kein verächtlicher Mann, sondern die Po-lizei, Finanzerei und Strenge leibhaftig.
Es steht daher unter seinen Verdiensten umRom dieses nicht zuletzt, daß er die oben gedach-ten vier Gesellschaft- (Sozietät-) Inseln derma-ßen zu lichten, auszuroden und ordentlich zu ent-völkern wußte, daß am Ende auf jeder nur einEiländer übrig blieb, nämlich im Klub Worble, —in der Harmonie Süptitz, — in der RessourceMarggraf, und im Kassino Nenovanz; daherhieß nachher in der Stadt (was Millionen Durch-reisende nicht begreifen konnten) jWvrble nur derKlubist — der Prediger der Harmonist — derApotheker der Ressourcer — und der Maler der !Kassiner. Die ganze Namentache wäre an sich zuklein; da ich jedoch in einem solchen großen dich-terisch- historischen Werke mit diesen vier Karten-königen des ganzen Spiels öfters vermittelst ihrerSpitznamen zu stechen habe: so kann ich mit Ver-gnügen die Spitz- und Ehrennamen hersetzen,weil ich weiß, wie das Studium meines ganzenWerks gewinnt, wenn der Leser die Namen hierauswendig lernt, um damit seinem fliegenden Au-tor munter genug zu folgen.
Der neue Zustand der entvölkerten Gesellschaft-Inseln konnte nicht dauern. Warf eS wohl füreinen geselligen Mann, z. B. für Süptitz den Har-mvnisten, besondern Genuß ab, wenn er allein so !da saß in der Harmonie und ranchte, und er keineeinzige Seele (nicht einmal seine eigene) zum Har-monieren vor sich hatte, sondern nach ausgeklopf-ter Pfeife als stiller Solo - Harmonist aus derUngesellschaft nach Hause schleichen mußte? Oderging es dem Klubisten Worble besser? — Ichglaube, viel schlimmer. Wie eS Schreibmenschen,so gibt eS auch Sprcchmenschen, die ( z. B.die Hvfleule) nur durch zweite Menschen zu gan-zen werden, und welche, um viel Witz, Scharf-sinn, Feuer zu haben, durchaus Zuhörer bedür-fen. So einer aber war der Freimäuerer, welcherohne System nur von Gedanke» zu Gedanken,wie im Genusse nur von einem Tage zum andernlebte. Kann sich denn die Welt wundern daß erauf den vernünftigen Gedanken gebieth, ob nichtaus vier letzten Dingen der vorigen vier öku-menischen Kirchen - oder Sakristei - Versammlun-gen, nämlich aus ihnen sämmtlich, ein ganz neueshaltbares, vier Mann hohes Kränzchen, als er-freulicher Nachflor, zu bilden und zu flechtenwäre?
Der war zu flechten. Die vier Kränzchen wur-den Ein Kranz, die vier Eiländer schifften ab undmietheten zum Anlanden eine neue Gesellschaft-insel, nämlich ein artiges Gartenhäuschen an einerder schönsten Ecken des herrlichen Rheins, der hier