Der Komer.
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,'n die blauen des Bildes eingefimken blieb, undstatt zu bitte», nur zu beten schien: faßte derStößer gläubig mit der Zange den Pitt, nämlichden Regenten, ich meine den Diamanten, undschrie im Heben und Wenden: »koste! er straltdoch wahrlich, so wahr ich hier sitze. "
Es dämmerte schon der Morgen heran, als dasSteingut herauskam und fvrtblitzte. Mit Mühebrachte und weckte Stoß den Seher aus seinemAnschauen des gelräumten Steins zum Anschauendes wirklichen, und Marggraf fragte: »Ist etwasdamit vorgegangen?" — Schweigend wurden end-lich einige Haupt. Ankerproben und Wafferprobendamit gemacht.
Der Stein bestand jede — und ich versichere eshier auf mein Wort der ganzen Welt l
Haltet den Athem an Euch, theilnehmende und«ereilende Leser! — Marggraf sagte endlich ru-hig: »ächt!" und änderte das Gesicht nicht.Stoß sah begierig in sein Gesicht und paßte blosauf ein Signal darin, um alle seine Jubel - Lärm.kanonen zu lösen und seine Freuden-Feuertrommekzu rühren; Marggraf aber gab kein anderesSignal, als das, sich fertig zu machen, und mitihm zum Juden Hoseas zu gehen; und als derStößer doch einigermaßen seiner Freude Luftmachen wollte, und französisch aufzurauschen an-fing : "kni»! von! koste!" so verbot es Marg-graf mit Handwinken und mit einem leisen :--Ruhig, kein Wort mehr!" Stoß that es so un-gern als möglich, schnitt aber doch einer ihm zumAusfragen nachlaufenden Schwester ein so flämi-sches, grinsendes Gesicht, als zu seinem Schweigenunentbehrlich war. Weil der Apotheker mittenin der weiten, vielleicht über Jahrzehnde reichen-den Freude mit unverletzter Besonnenheit dieStanduhr der Prinzessin, so wie das Zimmer, sorg-fältig verschlossen hatte: so verfiel der scharfsinnigeStößer auf die Vermuthung, das Bild sei gar einewunderthätige Heilige — und die angezündetenKerzen und der an Marggrafs Kopfe phosphoreszie-rende Heiligenschein und die galvanische Säulein welche vor einigen Tagen große Opferthaler,wie in einen Altar, gelegt worden, ließen ihn den-ken (und er fand es nicht unmöglich und unrecht),daß ein katholisches Heiligenbild auch an Prote-stanten Wunder verrichte und sie reich mache, wieChristus Heiden gesund — und er fühlte sich lebhaftvon seinem Glaubenbekenntniß so viel abzustehengeneigt, als zu einem katholischen Gebet an eineHeilige gehört.
Dem Schlichter und Sänger Hoseas wurde derRegent, nämlich der Regal- und Jmperialfolio-Oiamant, vorgehalten...... SS würde meine
Kräfte nicht übersteigen, hier das Gemälde zuliefern, sowohl von den Ausrufungen, Staun-Geberden, Wortflüssen, Kauf-Fechterspielen undblauen Dünsten des Schlichters auf der einenSeite, als von der ganz neuen Kürze, Festigkeit,s Würde des Apothekers auf der andern, so wieauch von dem hohen Rathe und Sanhedrin beige-rufener Juden, Notarien, Stein- und Rechtkün-digen — ; denn ich hätte nur des Juden Schwürenachzuschreiben nöthig, daß der Regent (denneben so viele Karate, wie der berühmte, wog ernicht nur, sonden noch sieben darüber) daß dieser
Regent ungewöhnlich gepanzert sei durch ixvusck'sruies (*); daß er Points und Stroh insich habe, und der Regent schwer zu polieren oder ^ein sogenannter üismant ile „sture sei, nnddaß die Hälfte des Werthes, welche der Schneideroder ckismantsire übrig lasse, gut noch zwei
Drittel unter Brüden, einbüße-dadurch,
wie gesagt, wäre die jüdische und juristische Seitegeschildert; auf der ander» aber, wie leicht wäreMarggrafs neues Fürstenwesen durch seine Aeuße-rungen dargestellt: Gewinn sei eben so sehr un-ter seiner Würde, als Streit deshalb, nur mögeman sein gutwilliges Aufopfern nicht mit kauf-männischer Unkenntniß verwechseln. — Mit Ver-gnügen flücht' ich hier den ganzen Diamant-Kauf-brief in seiner völligen Ausführlichkeit, wie erkörperlich vor mir liegt, auf diesem Böge» ei» —zumal da vielleicht durch das Kaufinstrumeut mei-nem, wenigstens historisch wichtigen, Werke dochfür einige zweifelsüchtige, juristische Leser mehrGlaubwürdigkeit zuwüchse—; aber ich halt' es(sonst thät' ichs gern) nicht für Recht, so vielunschuldige Leser dem juristischen Gehölze zu-zutreiben, welche mit einer so lebhaften, gewißnicht tadelhaften Ungeduld vor daS ungeheuerekslsis-koxst und Eskurial auf einmal gestelltsein wollten, zu welchen der Diamant-Pitt denGrundstein gelegt.
Sollt' es unS nicht genug sein, sogleich blos Fol-gendes zu erfahren? Nämlich der Apotheker wur-de bei dem Verkaufe des Steins so oft als mög-lich über die Hälfte verletzt (durch Iseslooes Ultraäiinick.), und bekam daher nur mehre oder weni-gere iv.ooo fl. rheinischer Währung auf der Stellein Geld ausbezahlt, — denn die halbe Judengaffeschoß bei —; und eben so viele auf Papieren zuge-sichert. — Hätt' er freilich nur sieben Tage wartenwollen (aber eingesperrte Glut jeder Art trieb alleRäder seiner Natur heftig um); ja »ur fünf: sohätte ihm der Hofjuwelier der Hauptstadt Hoheu-geiS mit Freuden das Doppelte bewilligt, nm end-lich auf einmal in seinem hagern Juwelierlebenfünfzig Prozent, unter lauter Schwüre» seiner zugroßen Einbuße, in das grüne Spiegelgarn seinesBeutels einzufangen. —
Als Marggraf seine neuen Krontrupxe» (vieleTausend gekrönte Köpfe stark) in seiner Stubeund auf seinem Tische hatte—denn natürlich wer-den die verschiedenen, aufgestellten Geldrvllen ge-meint—so setzt' er sich nieder und schrieb folgendeshohe Umlauf-Handschreiben an Worble, Süptitzund Renovanz:
"Liebe Getreue! Wir thun euch hiemit zuwissen, daß Wir die fürstliche Würde, die UnSGott längst durch Unsere Geburt verliehen,fortan öffentlich durch zweckdienliche Mittelbehaupten können und wollen, wohlwissend, daßeS der Vorsehung aus weisen Absichten gefallen,UnS im dürftigen, ja niedrigen Stande einesApothekers aufwachsen und erziehen zu lassen,um Uns durch das Bekanntmachen mit so vielenLeiden der dienenden Stände, theils von aller
(*) So nennen die Juweliere große Flecken oder matteStellen.