Band 
IV.
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Der Kome

te>i von einer Heiligen und Wunderthätekin, dieer nicht mehr zu nennen wisse, beschworen und ge-geben. Auch der Apotheker selber war, eh' er zumzweitenmal« ausging, zum ersten mit drei großenShauls auf den Armen wiedergekommen undhatte es vor den drei Beschenkten flüchtig bedauert,daß er in künftiger Woche auf Reisen gehen undsich überhaupt als Fürst in mehr als einem Sinnevon ihnen entfernen müsse.

Gerade gegen die Schwestern hatt' er sichüber seine Herkunft nur keck und kurz er-klärt, wovon die Ursache allerdings zn untersuchenwäre.

Zum zweitenmale war er mit Geldern undLeuten ausgezogen, um in aller Eile, als gab' eseinen Tag später keine Kutschen und Pferde mehrsowohl diese und Kutscher einzukaufen, als nochtausend andere Sachen.

Der wirkliche Reichthum war da — sahen siealle — aber mögliche Tollheit auch. Nur eineoder zwei seiner Schwestern — welche bei derAuferstehung früher ihre Kleider, als ihre Kno-chen gesucht und aufgelesen hätte» — fanden inden geschenkten Shatfls alle Spuren! eines wackernVerstandes.

Ehe Worble kaum das größte Erstaunen ausge-theilt und angehört hatte: kamen noch der Pre-diger und der Maler nach und halfen weiter stau-nen , besonders den Schwestern, welche von ihnenMargqrafs neueste Geldauswerfungen bei seinerSelberkrönung erfuhren.

Ganz Rom hatte ohnehin der Stößer erschüt-tert, weil er über jede Gaffe, durch die er ging, denSchneckenschleim und Laich seiner Berichte gezo-! gen. Sterbende sollen allda (ist Worble'n zu! glauben) der Neuigkeit wegen eine halbe Stunde^ länger gelebt haben; — ein verdienter alter Sol-dat, der seine Frau mit Füßen getreten und! noch dazu mit scharfen, hölzernen Stelzfüßen,soll von ihr herabgestiegen sein, blos um das Nä-here von der Sache in Ruhe zu erfahren. —Wer nur Deutsch konnte, beobachtete die rbeto-! rische Regel und fragte : quis, quick, ut,i, quü-! trug auxiliis, eur, quomocko, qiiruicko, ? —

> Alle Peterskuvpeln und Kapitalien im welschen, Rom waren Streusand gegen den Edelstein im! Hohengeijer — Regenten aus allen fürstlichen^ Häusern standen auf ihren verschiedenen Thro-nen umher und ragten empor, aber kein Mensch

> sah hinauf, jeder war nur auf den steinernenharten Pitt oder Regenten erpicht.— Aber war-um denn, bitt' ich, läßt der Mensch sich dieweite Brust, welche ganze Universalkistvrien undvniversa beherbergen kann, vom Gewebe einerWinkelspinne ausfüllen, und sagt dem All, wie ei-nem schlechten Miethmanne, die Wohnung auf,damit sich ein Endchen Ding einquartiere? —Aber warum, frag' ich fort, lass ich mich dennselber durch Fortfraqen von dem elenden kleinenStadt - Gelärms dermaßen einnehmen, daß ichdas Große der Geschichte vergesse und mit Müheerst so fortfahre, wie folgt? —

„Für so vieles Geld" — redete Libette die dreiHerren an — „könnten wir wohl alle unser Bis-chen Verstand und Unverstand zusammen nehmen

und darüber berathschlagen, wie einem so gutenManne zu helfen sei."

Der Zuchlhausprediger fing als der erste Vor-stand der gelehrten Sitzung zuerst zu stim-men an, und äußerte sich nicht ohne Scharf-sinn so:

»In nichts find' er sich für seine Personleichter, als Hu des Herrn Marggrafs Tvllge-wordensein. — Von dessen früherer Erziehungaus Gründen gar nicht zu sprechen, so habeschon das bloss ungeheure Glück, statt einesgroßen LvoseS sogar das allergrößte zu gewin-nen womit die andern Loose auch zu gewin-nen, wären, den besten Kopf verdrehen müs-sen; zu diesem Fluge sei nun noch gar derFall von der Leiter gekommen, der durch denAbstand das Gehirn doppelt erschüttert habe

— Gleichwohl wäre noch Besinnenbleiben mög-lich geblieben, hätten nicht die Nachtwachen, wo-durch sogar Thiere, wie Falken, um Verstandund um Erinnerung des vorigen Wesens kom-men, ihm beides von Neuem beschnitten, wie-wohl sogar in diesem Falle sich fragen ließe, ob erohne den Fund des Regent-Diamanten aufden Gedanken einer Regentschaft gefallen wäre.

— — So aber, Mes veoaoisslles, konnteschlechterdings jeder Seelenkenner nichts Andereserwarten, als eine wahre fixe Idee; etwa vonwirklicher Tollheit. Sind denn nickt Menschenbei weit matter» Veranlassungen dahin gekom-men, für weit unwahrscheinlichere Wesen, als fürFürsten, sich zu halten, der eine sich für einen Gottden Sohn, der andere für einen Gott den heilige»Geist, der dritte sich für gläsern und der viertebuttern, der fünfte (ein großer Theolog zu Ox-ford) für eine Flasche, oder blos für einen Topfein sechster, zu geschweige» der Hähne, Rüben,Gerstenkörner, wofür noch andere sich angesehen , !was doch alles nicht so menschenmöglich ist, als ei»Fürst, da dergleichen existiert." —

„Gelehrtester Herr Prediger" — rief Libetteaus — »daß mein Bruder sich etwas in den Kopfgesetzt, glauben wir ja alle gern, und sitzen deswe-gen hier, wir wollen nur aber wissen, was zu thunist, und ob man wie ein Narr dem Narren sozusehen soll.

»Nun ist aber das Erwünschte bei der Sache —fuhr Süptitz fort — daß er sich wirklich für einenFürsten hält und somit dem bekannten ProfessorTittel in Zeua gleicht. — Dieser sah sich gleich-falls für einen a», und zwar für einen römilchenKaiser sogar ; — man nannte von Weitem eineMacht, sogleich ließ Tittel die seinige ins Feldrücken — ; indeß er in allen andern Punkten, zu-mal auf ldem Katheder, so vernüftig war und las,als saß' er auf gar keinem Throne. «Mit demje-nigen Verstände, den Herr Marggraf noch hat,läßt sich also anfangen und der Verlorne sich gleich-sam wieder einsangen, wie man große Stockfilchemit kleinen ködert." Aus diesen Gründen warSüptitz der stimmenden Meinung, man müsse ihnreisen und gewähren lassen; denn wörtlicher Wi-derstand, wie hier in Rom am ersten zu fürchtesei, presse und höhle die fixe Idee nur noch tieferund fester in sein Gehirn — die heitern Zerstreu-ungen der Reise, der Wechsel neuer Ideen heile

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