Band 
IV.
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Der Komet,

59 t

und Er versteht eS nur nicht gleich auf der Stelle,s lltean!--

Der Graf ließ noch fpät den WetterprophetenRichter zu sich bitten, um von ihm die morgend. ^liche Witterung zu erfahren; er wollte, wie der >Mensch pflegt, seinen schon gereiften Hoffnungen ^noch ganz junge unreife zugesellen. Wie erfreu-lich aber war des Kandidaten feste Versicherung:»wenn er auch über die Abendkühle, und über denMorgenwind, sonst zwei herrliche Wetterbürgeu,wegsehe, so sei ihm der Stand des Mondes imaufsteigenden Zeichen des Krebses allein ei» schlesi-scher Pfandbrief, daß er so gewiß, als er sich Ha»sus drucken lasse», prophezeien könne, morgen steheder Himmel selber am Himmel, und sei so blauwie ein altdeutlches Auge, und mache den Men-schen keinen andern Dunst vor, als einen blauen.»Sonach war dem Grafen der Morgenhimmel sogut wie affekuriert in dieser prophetischen Ver-sicheranstalt.

Da fuhr sogleich nach der frohe» Weissagungder oben erwähnte Fürstenwagen — als sei er einStück von ihr —vorüber, auf dem Rückwege nachLukas-Stadt, und zeigte auf seinem Rücksitz zweiDame». Natürlicher Weise, sagte Nikolaus, sitzenoch etwas viel vornehmere« Weibliches im Vor-dergrund.

So wurde denn Nikolaus vom Lenzabende rechtglücklich gemacht und nichts sah er darin ziehen —Wölkchen ohnehin nicht, und das kleinste Sönnchensiebenter Größe blinkte ungetrübt; — nichts alszehnmal hintereinander seinen Einzug mit großemGefolg und Erfolg in die erste Residenzstadt, woseines Gleichen thronte, wo Maler und Dichter zugenießen, zu besolden, ja aufzupacken waren, undwo unter Prinzessinnen verschiedener Thronenwvbl gar Freundinnen seiner Amauda aus leichtenGründen zum Besuch dahin gekommen sei» konn-ten. Als nun vollends um zehn Uhr noch derMond so schneeweiß und schneeglänzend über dieLandschaft aufstieg, wie über Rom in jener Nacht,wo Nikolaus zum erstenmale Amanda's Bildnißin Luna's Heiligenschein gefunden; und als er inder keine halbe Stunde entfernten Lukas-Stadtrecht gut von den Wetterableitern die vergoldetenSpitze» in, Mondglanz leuchten sah, gleichsam alsAmorS goldne Pfeile: so brachte wohl niemandin ganz Nikolopolis so schönfarbige Träume inden Schlaf, als er. ..... . Es verlache aberdoch Niemand die Hoffnungen eines so harm-losen Menschen, diese nur schamhaft verkleidetenWünsche und Freude», geliebt zu werden »udlieben zu dürfen. Das Lieben ist ja das Ein-zige oder Beste, was der Mensch sich nicht ein-bildet.

Sechzehntes Kapitel,

in Einem Gange.

Nebel — Zwillingfest — wunderbare Gestalt — undEinzug.

Einziger Gang.

Nebelleiden und Freuden — Sternenkonjunkzionneuer Prinzen — reisemarschallische Freude» —wunderbare Gestalt — und Einzug.

Der Morgen erschien in Blau und Rothgekleidet — der Zug fing sich an — und derReisemarschall war längst voraus — man hörteein schönes Waldhorn von weitem, nämlichden Schlotfcger in der Nähe — der zarteNaphael (Renvvanzens Bruder) saug in seinemHimmel oben ein dünnes, weiches Grasmücken-liedchen herab — und der Graf von Hacen-coppen war besonders gut gelaunt und ge-kleidet ; als plötzlich ein entsetzlicher Nebel ein-fiel.

Es war ohne Frage der dickste >',» ganzenvorigen Jahrhundert; den» der beträchtliche an,I7te» November 17Y7 zu Paris , wo die Leutemit den spanischen Röhren als Sprachröbrenauf das Pflaster aufschlugen, um in den, Ne-belmeere nicht gegen einander mit der Stirnezu segeln, und wo die Wagen nahe, aberunsichtbar vorüberrollten, und kein Mensch denWeg mehr finden konnte, als etwa Blindevon Geburt, dieser Nebel, so wie auch mancherandere in Amsterdam, wo die Holländer wieZugheuschrecken, oder wie die ungetansten Sach-sen unter Karl dem Großen, in die Flüsse fielen,diese waren gleichwohl gegen den Nebel, derauf Lukas - Stadt und auf die Kunststraße dahinsich niederlegte, weiter nichts als durchsichtig undblos latente Nacht. Der Lukasstädter aberwar eine entbundene; nicht einmal die Fin-sterniß selber war, wie etwa in Milton, sicht-bar , oder sonst Schwarzes , vor lauter Grau.Hacencoppen und sein ganzes Gefolge stiegendeshalb aus, da in jeder Minute Wagen undPferde ihre Chaussee - Gräber finden konnte».Jean und Richter drängten sich um Hacencoppen,als Beiständer in Nothfällen — denn von denverschiedenen, in die Hauptstraße einschlagen-den Seitenstraßen her hörte man daS nnsicht-bare Rollen von Wagen und Donnerwagen.Da man unmöglich Arm in Arm ziehen undsich lebensgefährlich ausbreiten konnte: so rei-heten sich mehre Hvfherren, Renovanz und Süp-titz und Hvseas hinter einander, Hand in Hand> — und geringere Leute verknüpften sich durchRockschöße. Auf allen Seiten schrie es: aus-gewichen ! aber niemand sah, wem zum Henker oderwohin.-

Die Gräflich - Hasenkopfischen kamen endlich