Der Komet.
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durch Leinwand sammt Pinsel, und euch, wird siedaher von wahren Gönnern und Kennern geschätztund gestutzt. Ader dieselbigen wahren Kenner, odernoch mehr, die von der entgegengesetzten Künstler-Bank, werden auch zugestehe», daß das weite undbreite Reich der Kunst »och bei weitem nicht durchsie erschürft ist — es gibt hohe Formen — es gibtgroße Partieeu — hohen Styl -- Ideale — geist-reiche Behandlung — entzückende Farbentöne —überhaupt etwas Ueberirdisches im Contvnr, kurzwas Sie, H. Graf von Haceucoppen, als Kenner,am besten bewundern, und wovon ich statt allerWorte immer am liebsten meine» einzigen Na-salst von Urbino anführe. — Wo aber sind allediese malerischen Göttergatten vereinigt zu finde»,als in der welschen Schule allein, die deswegensich auch gebildet hat? Fünfzehn Meister dieserSchule nun, welche heute unten in meinem zwei-te» Schenkkabinelts sitzen, nähren gleichfalls kei-nen innigern Wunsch, ja keinen idealer», als den,Jhro Gnaden im allerbaldigsten abzukonterfeien,denn sie können wahrlich — das hör' ich so oft, alsich einen Kork ausziehe — ganz unmöglich derzweiten Schule die Ehre lassen, daß sie allein im^ Bildersaale dasteht und feil steht mit Ihrem gro-ßen Bildniß in der Ausstellung, sie wolle auch da-bei sein und sich zeigen.'—
Nikolaus versetzte : „gern und parteilos sitz' ersogleich morgen Nachmittags auch den andernMeistern auf einmal." Außer der fürstlichen Sitte,alles recht eilig da zu haben, und weg zu haben,die ihm auch ohne Krone angeboren war, befolgteer hier noch seine eigne andere, daß er nie einenMenschen auf etwas warten lassen konnte, schon^ aus eigner Ungeduld ; — und hier wars ihm schonzu viel, daß entweder die Welschen auf bie Bel-I gier, oder diese auf jene passen mußten.
Der Wirth Pabst trug seine abgeleerten Tellerund ErntauSsichten hinab in daS zweite oder italiä-nische Schenkkabiuet, wurde aber von ihm zum! Grafen zurückgejagt, und vorher, so viel dasselbe^ auch bei ihm geborgt, aus Kunsiliebe stark ange-! fahren, daß er viel zu einfältig gewesen und mit^ so weniger Kenntniß der Malerei unterhandeltj habe, daß er sich Abendlicht für Morgenlicht auf-! binden lassen. Er brachte dann dem Grafen tau-^ send Entschuldigungen der Maler, die er, wie seine! Getränke, ihnen lieh, und die unterthänige Bitte^ um eine vormittägige Sitzung, wegen des besser»Lichtes, hinauf. — „Ich setze voraus — antwortete; der Graf—daß man sich unten der inständigsten^ Bitten um mein baldiges Sitzen noch erinnert;
> blos deshalb hab' ich gewillfahret, ob ich gleich eintagelauges Sitzen in einer Stadt nicht liebe, womich so vielerlei erwartet." —
Hat nun ein Fürst an einem einzigen Tage soi viele Hoffnungen theils erfüllt und gemacht, theils! selber geschöpft; so ist er etwas müde, und sehntsich mit Recht vor dem Bettgehen nach seinem
> Stößer znm Ausziehen, den er vorher zum rechten! Sattessen und Sichselberaufwarten in den Speis^ sesaal hinunter geschickt.
' —„stloun! Um des Himmels willen den Stie-
fel gehalten," rief er dem eintretenden Stößerentgegen; denn er hatte wenig anders mehr an.Zwar wollte er jeden Abend sich vornehm und
ordentlich ausziehen lassen, konnt' es aber vorfürstlicher und pharmazeukichor Ungeduld nie da-hin bringen, daß ers erwartete.
„Um des Himmels willen den Stiefel gehal-ten,-- hatt' er gerufen...... Schwerlich erhalt'
ich in diesem ganze» Werke eine bessere Veranlas-sung, als hier, einmal ein Wort zu seiner Zeitauszusprechen über einen Gegenstand, den einegute Feder wohl früher, als manchen anderen im !allgemeinen gvthaischen Anzeiger, hätte beherzigen jsollen, nämlich über die schlechten Stiefelknechte :in deutschen Gasthöfen. Roch immer steht man .sie bedeutend unter dem Grade von Vollkommen- !heit stehen, welche andere Werkzeuge in Europa, iwie sogar Schuhbürsten, Stiefelzieher, Stiefel-hölzer und deren Wichse längst erstiegen haben. >So schmale Stiefelknechte, daß man auf ihnen -n'cht aufsüßen kann, oder solche mit dem Fußboden ^auf Einer Ebene liegend, berühr' ich nicht einmal; !aber wenn es zwei Wechsclbälge von solchen Knech. !ten in den Wirthshäusern gibt, wovon der eine ^Balg unendlich eng ist, und der andere unendlich !weit: so kann man einen Schluß machen. i
Und doch könnte ein Mann am Ende in die !Kneif- und Beißzange eines zu engen sich vielleicht jfinden, zumal mit Schnürstiefelchen; aber wenn er .nun schläfrig oder eilig auf einen, Stiefelknechte iwie auf einem Gabelwagen steht, und seinen Fuß ials Pferd in der Gabel hat und damit ziehen will, lluftig aber und leicht, wie aus einem Freihafen,wieder heraus fährt — weil er keine Kurierstiefel >und keine Fußsäcke anhat — wenn vollends einsolcher Fußmärtcrer keinen lebendigen Nebenknechtund Oberdiener liehen diesem unterste» zur Seitebesitzt, sondern am Ende zwischen die Stuben-thüre und den Thürpschsten das Bein klemmen,und auf solche Weise (er drückt nach dem Gesetzeder Mechanik einige Fuß tief unter dem Schlossedie Thüre grimmig gegen seinen Fuß) als sein ,eigenes magnetisches Hufeisen ziehen und auszie- jhen muß: so wundere sich nur niemand, daß ich tder Reisende bi» und mein Bein aufhebe und vor- ,z-ige und frage: setzt man denn gar keinen mann- ilichen Fuß mehr in der Welt voraus, der etwas Iniedlich ist und doch stark genug, und den man alsKvnvenzionfuß für alle Stiefelknechte feststellenkönnte 2 Ein allgemein gesetzlicher Kegelschnittins Holz thäte hier Wunder. — Aber Liese Klage ,reiht sich an die Klage überhaupt über alle Knechte,und Dienstboten und Sklaven insgesammt, diesetz» alle auf zu großem Fuße leben, ja von wel- -che» immer mehre eingehen — wie Baderknechte, jLandsknechte ic. — so daß, wenn es in Griechen- !land und Rom, wie in den westindischen Besitzun-gen, gewöhnlich mehr Sklaven als Freie gab, beiuns zuletzt die Zahl der Freien die Zahl der Skla- !ven gänzlich übersteigen muß. — !
Auf dem gähnenden Stiefelknecht wartete, wiegesagt, Nikolaus auf einen lebendigen — wozu ^freilich der Gastwirth Pabst, als Knecht aller ,Knechte, im eigentlichen Sinne geboren war — !als sein Leibhusar Stoß eintrat und ihm sogleich 'die Spitze hielt, nämlich demStiefel. Stoß sagte zetwas verdrießlich, da er dem Fürsten gar.nichts !weiter auszuziehen hatte:-„Las andere hätte unsereins auch thun können ,„ und half ihm nicht in, !>
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I c a a V,,, l' S Wer kr. iV.