Band 
IV.
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Der Komet.

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Blos dem redlichen Kellner h>>b' ichs entdeckt, wieichs mit meinen eignen Ohren vernommen, undwie ich Dero Durchlaucht Vater selber gesehen, alser in der Apotheke Sie höflich invitiert, ihn ein-mal bei Gelegenheit zu besuchen, auf seinemThrone; und Zhr Hr. Vater wäre Ihnen wieaus dem Auge geschnitten , besonders an derNase. Und an einen Grafen Hasenkvpf seibei der ganzen Sache bei Ihnen gar nicht zudenken."

»Es verschlägt wenig, ihr unpolitischer üssn,^ versetzte der Graf, mein hiesiges Inkognito ist vh-^ »ehjn nur Schein, und jeder weiß ganz gut, wer^ ich bin. Zetzo sieh endlich einmal nach dem faulen, Heinz, und danke Gott in deinem Abenbsegen fürl alles, was dir hier schon begegnete, unk begegnenl wird."

! „Nur der verfluchte ewige Jude in seinem! Ledersacke soll mir nicht begegne»; der hat! etwas gegen Fürsten und deren Gleichen, undi sah mich heute schon dreimal an, der Sa-tan.--

--Dem stehe ich schon," sagte der liegende Niko-laus, welcher in sein heutiges Abendroth keinenPechdampf wollte ziehen lassen, sondern sich inNachträumen der Vergangenheit, und Verträu-men der Zukunft so lange einsenken, bis er! von der Nacht einen der herrlichsten Träume§ von der Gegenwart erhielt; —und am Ende! überkam er auch den, daß er vor Einem Maler! sich selber mit 16 Leibern und 32 Armen sitzen sah,, welche sich sämmtlich zu einer artigen Gruppe ver-! flochten.

i Achtzehntes Kapitel,

in drei Gängen.

! Worin zweimal gesessen wird und einmal fehl-gegangen.

Erster Gang.

Die belgische und nürnberger Arbeit — Worble'sTischreden.

Es kam zeitig genug die belgische Schule, sech-zehn Mann stark, damit die Kunst, nämlich jedervon ihnen, mit zehn l-ouis glänzend vom Fürstenunterstützt würde durch Sitzen. Die größten nie-derländischen Meister in ganz Lukas - Stadt, einDenner, ein Potter, ein Ochs, ein Esel, einLauS u. s- w., zogen mit ihren Arbeitkasten dieTreppe hinauf, und der Wirth Pabst ihnen voran,als ihr I-eo X. — als ihr nmnte sti pietL undGemeingläubiger - als ihr Oberhvsmarschall, dersie einführte bei dem Grafen. Die Schule zer-setzte sich wieder i» vier Malerstoffe, in Miniatur-farben, in schwarze Kreide, in rothe Kreide, und

in chinesische Tusche. Uebrigens sah ihre Selber-Drapperie nicht so glänzend aus wie die nieder-ländische ihrer Figuren, sondern mehr etwas bet-telhaft. Sie waren ihre eignen Gliedermänner,mit Lumpen und Studieck behängen; und beiihren angezognen Gewändern sah man, waS manan den rafaelischeii rühmt, in der Falte dergegenwärtigen Bewegung nicht etwa» blos dieSpur der nächst vergangenen, sonder» eigent-lich gar keine ander» Spure», als längst ver-^ gangene.

! Darüber staun' ich gar nicht; zieht ein Gewän-! dermaler sich elend an, so isis so viel, als wenneine meisterhafte Malerhand, nach Lavakers Be-merkung, gewöhnlich eine unleserliche schreibt.Denn dies ist wieder nichl verschieden von, Falletrefflicher Dichter und Prediger — wie man gutenSchweizerkäse nicht in den Schweizergastböfen,sondern im AuSlande bekommt, oder gute Rhein-weine nicht am Meine, oder den besten französi-schen Wein nicht in Frankreich, sondern außerhalbihrer Pflanzstätte —so hat man auch nicht bei demmoralischen Dichter und Prediger selber gute Ei-genschaften, Milde, Liebe, Religion und Erhebungzu suchen, son dern mehr in seinen Lesern, welchedas Ausland von ihm, wohin er alles versandte,vorstellen; und ein Engländer konnte sich rechtgut unter dem Galgen an einer Predigt des be-rühmten Doktors Dodd erbauen, während man denKanzelredner selber daran knüpfte.-

Der Graf schickte die nöthigsten passendenWorte voraus, welche nicht sowohl den Kenner,als — was richtiger war — den Gönner derKunst verriethen, und es war schmeichelhaft fürjeden und ihn selber.daß er sich den zweiten KaiierKarl den Fünften nannte, der auf allen seinenReisen eine» Maser mit sich führte, und der vonTizian dreimal die Unsterblichkeit empfangen zu> aben versicherte, nach seinem dreimaligen Abma-len, und er setzte hinzu, er dürfe vielleicht auf einenoch öftere Unsterblichkeit rechnen. Das Platz-nehmen und Lichtznschneiden machle viele Noth.Nur .Hacencoppen war leicht in die Mitte desSaals gesetzt, großen Spiegel» gegenüber — umihn herum stellten sich die Tischchen der verschiede-nen Meister, aber nur einige konnte» ihn imVollgesicht ergreifen — andere blos im Dreivier- llelprofil — mehre im Halbgesicht — ein paar im ^Viertelgesicht, und die vielen hinter seinem Rü- ^cken hatten gar nichts von vornen zn sehen; — ldiesen aber waren jedoch Spiegel gegenüber ge- jhängt, so daß aus letzten wieder Vvllgesichter und sDreiviertel- und Halbgesichter äußerst bequem her- ^aus zu malen waren. l

So fing denn daS Konterfeien an allen Endenund Ecken mit Eifer a»; denn in eine» ein; genVormittag wurden die sechs Schvpfungtage seinesGesichtes zusammcnegxreßt- In derselben Vier-telstunde würd' er sechzehnköpfig — wenn manseinen eignen Kops für keinen rechnet — und be-kam sechzehn Stirnen, entweder aus schwarzerKreide oder aus rother, oder aus Tusche, odersonst.

Als man an seine sechzehn Nasen kam: sostellte er — und noch vorher bei der Stirne —richtige Grundsätze über Porträtmalerei auf,