Der Komet.
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! ben Deutichen haben kann, welche das Leben! eben so sehr verlängern, als versäuer». Wollte ,! nur Gott, junge teilte ergössen und misch- '! len sich eben so gern in älteste, als die jun- !! gen Weine in alte; oder alter Adel ließe sichso leicht nnl neuem kopulieren und auffrischen.Edeln paritätische» Wirthe» verdankt man hierviel, die Hauptsache, das Wein - Simultane-nm. Haben sie am Ende nichts, keinen tiovs-ötut zur Fäffervereinigung, so thun sie dasihrige und nähern Weine, die sich nach soberühmten Flusse» wie Rhein, Neckar undMosel taufen, einem neue» Ufer und Jordan,und wiedertaufeu sie darin.«
Pabst konnte gar nicht aus dem Lache»kommen, und betheuerte mehrmal: »herrlicheaufgeweckte Einfälle! Er habe ein paar Kol-legen , wo er sie anzubringen gedenke: den»bei ihren schlechten Weinen wäre schwerlich H.von Worble auf dergleichen Pointen verfallen,"und er eilte davon, um die verlangte letzteFlasche selber z» holen; aber der Graf, derWorble's Fortsteigern der Satire kannte undscheute, bat, sie ihm aufs Zimmer nachzuschi-cken.
Worble ging der Flasche sogar voraus —er hatte seine Gründe dazu und zwar viele,nicht blos die getrunknen Flaschen, »och dietrinkbaren, sondern sein Nacht-Abenteuer. Esist schwer zu entscheide» , ob es den Lesernrecht ist, wenn ich dasselbe ihnen erzähle, weiles auf eine gewisse Art den Ernst dieser Fürsten-geschichte, wenn nicht dieses Aürstenspiegelsi unterbricht; sie sollen aber alle selber richten,
- wenn sie erst den zweiten Gang wirklich ge-! lesen.
Zweiter Gang.
Worble's Gang oder Nachtabenteuer,
Es ist schon erzählt worden, daß Worbleam Morgen, wo er im Nebel viele Schöne»seiner Arme werth gehalten, auch eine Schönsteumhalset hatte, welche ihm nachher, als derNebel nieder war, gerade unter dem Thoredes römischen Hofes begegnete; eS war PabstsTochter. Beide erkannten sich sogleich in derreinen Luft auf der Stelle wieder; Jeannctte! lächelte, ohne den geringsten Zorn, und erwar der freundlichste, herablassendste Reisemar-schall, den es in einem Gasthofe nur gebenkonnte. Er spann das Seil Liebe, wie an-dere Seiler ihres, gewöhnlich ehrerbietig zu-rückgehend, bis ers lang genug zurück gedreht;dann kam er, eS in Händen, damit wieder,und ging so lang um die Person herum, bissie verstrickt war. Bei andern, bei leichten Wesenwie Jean,rette, zog er blos die Rede - und! SpinneAfäden der Scherze hervor, und drehte! eine schöne Mücke so lange in seinem wei-Hei, unschuldigen Gewebe herum, bis sie fest
umwickelt war, mit allen Füßen und Flügeln;dann zog er an Einem Faden die Mücke leichtweiter.
Aber Himmel! stelle ich so nicht den ar.inen Marfchall, blos um eine elende Allego-rie kunstgerecht auszuspinnen, dem Leser zehn-^ mal ärger dar, als er aussah? DaS Ganze^ bestand offenbar nur darin, daß er seiner Gattinnicht ganz treu war, sondern nur halb, ein, Viertel, ein Achtel, und so in die ,,Brüche,^
! juristisch zu sprechen, hinunter. Er verglich^ mehrmal seine Ehe und die beiden Eheringe— so wie mehr als tausend andere Ehen —mit den beiden Ringen des Saturns, und dieEhe mit dem Saturnus selber, der anfangs eingoldnes Zeitalter verlieh, dann aber das Zeichendes Bleies wurde, und auf welchem em Jahr sich! dreißig Jahre lang ausdehnt.
^ Schon am ersten Tage, wo er in Geschäfte»
! immer vor Jeannetten vorbeiging, schlug er ihr^ vor, daß er am zweiten ihr Abends einen Besuchj geben wolle, wenn sie und er keine mehr habe,um mit ihr so manche, die den Fürsten angingen,zu bereden, da sie, wie er höre, alles in allem beiH. Pabst sei, die wahre kspissu ckolianna. Siesagte, sie willige ungern in die Sache, da sie erstganz spät, um Ein Uhr, allein und in ihrem Zim-merchen gescdäftlos sei, woll' aber doch seinetwegenbei Licht aufsitzen, und auf ihn paffen. Ihr Stüb-chen, setzte sie hinzu, könn' er übrigens leicht fin-den, eS sei, wenn er die Treppe hinauf gehe, geratedas dreizehnte oder vorletzte im Korridor, und erbrauche blos die Thüren am Tage zu zählen;--aber, schloß sie mit schöner Jungfräulichkeit, kurzfassen müsse» Sie sich mit alle» und jeden Reden;denn ich stecke nur ein kurzes Lichtstümpfchen auf,und ist dieses abgebrannt, so müssen Sie vhne,Gnade fort." Er versprach ihr den kürzestenVortrag von der Welt.
Um sein Wort ehrlich zu hallen, stieg er amTag die Treppe hinauf und zählte alle Zimmer-thüren, worunter eine vermauerte oder blindewar, zweimal durch, bis er an die vorletzte oder drei-zehnte kam, die er ein Bische» aufmachte und hiersehr leicht das Zimmerchen der Tochter LeS Hauseserkannte.
Punkt 1 Uhr Nachts war er mit dem Krsrss-Wnn fertig —denn er eilte —und zählte sich nuntappend, aber leise, von Thürgriff zu Thürgrifffort, bis er den dreizehnten erfaßte. Ein Unglückwars, daß er nicht, wie Jeannette, die gemalteThüre und deren gemalten Thürgriff mitzählte,und daß er anstatt der dreizehnte» die vierzehnteaufmachte. Aber stockfinster war es darin, beson-ders für seine, von dem Wein eben nicht sehr hellgewaschnen Augenfenster, und alleVorbänge warenherab gezogen. Er glaubte jedoch Jeannettensschöner Seele mit rechter Freude, und sie habe,dacht' er, so redlich Wort wie er gehalten, nur seidas Licht zu kurz gewesen.
Da man nun in finstern Zimmern die Menschennirgends leichter findet, als im Bette: so tappte ernach einem umher, und endlich glitt seine Hand aufeine kalte todte Wange, welche sogar abglitt, undihm in Len Hände» blieb. Hier fuhr ein seben-diges Wesen mit einem weibliche» Schrei aus dem
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