Band 
IV.
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Der Komet.

noch mehr ist, vor eine weibliche. Die Sachekann den größten Einfluß auf ihn selber baden,wenn sie wirklich geschieht; den» das erste Spre-chen mit einem Fürsten tönt unglaublich langeins Leben nach und hinaus; wie ja sogar ei-nes mit jedem ersten Menschen, z. B. mitdem erste» General — ersten Minister — er-sten Hoflakai — Schriftsteller oder Negerskla-ven, der auch, wie jener, ein Schwarz auf eu-ropäisches Weiß ist — und mit dem erste» Urang-utaug.

Seit der Graf eins der Beg.eitermnen Aman-da's am Schloßhvffenster erseben, wußte der Reise-marschall so wie der Hosprediger nicht, was sie an-fangen sollten mit ihm; denn er wollte sich ihrdurchaus vorstellen, --er wisse ganz gewiß, sagte er,daß sie ihn zum Theil noch kenne, und wäre esauch nur durch die göttliche Amanda, die ihr sowahrscheinlich von dem ersten enlsckeidenLeii Be-gegnen im Park das Kleinste oft genug wird wie-der vor die Seele geführt habe». — Von wemaber könn' er deffer und früher den Aufenthaltund Tbron der Geliebte» erfahre», als von ibrerFreundin? — Und dabei, wen könn' er schönerüberraschen als sie, wenn er ihr sich als den liebendenDieb der prinzeßliche» WachSbüste mit allen Be-weisen darstellte, und so seinen bisherigen Man-tel der Liebe ganz zurückschlage und aufmache?--Frohauf Süptitz sah, als ein tapferer Mann, jedeGefahr schon von weitem und schwitzte, wie die^ römische Viktoria, prophetisch vor einer Nieder-lage; --denn da der Raub der Durchlaucht, sagteer zu Wvrble, in die besonnene Zeit Herrn Marg-grafs falle, und da leider er selber und H. Wor-ble von der Sache etwas wüßten: so seh' er für sie! alle nichts Besseres, als Schandstrafen, wenn nicht! Kerker, voraus.-

! Unglücklicher Weise hatte in Marggrafs Feuer^ noch der Stößer Stoß durch das Freudengeschrei, geblasen, das er von Nikolopvlis zurück brachte- und erhob über die --adelichsten goldensten-- Kut-1 scheu, die im Städtchen gehalten, und über die! vornehmsten Prinzessinnen, die daraus gestiegenl und die in mehre Fenster spazierend hinein ge-j blickt. --Gott, sagte Nikolaus, wie die treuei Freundin alles, auch das Unbedeutendste, nach! Amandenlust — so heißt sehr wahrscheinlich derl Herrlichen Frühkingsitz — haarklein hinterbrin-gen wird, und ich muß hier sitzen und weiß vonnichts."

Der Reisemarschall, auf welchen, jetzv viel AuS-gang ruhete, erbat sich ei» ganz besonderes Gehörbei dem Fürsten, und zwar darum, weil diesereben jede Minute zu ihm komme» konnte. --Durch-laucht — fing er an — vielleicht muß ich zu ernst-haft sein wider meinen Willen. Sie wünschennach einem allgemeinen Vernehmen noch vor derAusstellung ihrer Porträte den Lukas-Städter! Hof mit Ihrer eignen Aus- und Vorstellung zu

! beehren.-Einige Schwierigkeiten hat cS, be-

! kenn' ich frei. Das winzige Höflein hier hat dasEigne so mancher andern Höfe, und besonders' großer, daß man da — etwa Geld abgerechnet —! alles leichter erhält, als Zutritt. Unter alle.»! Aemtern wird wohl das alte Neichserbthürhüter-^ amt an, besten und strengsten verwaltet, i» Hin-

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sicht deS Einlassens; — und der künstliche Angsbur-ger Einlaß, der jetzo für Augsburg zu keinem >mehr zu brauchen ist, ist am Hofe wohl an Ortund Stelle. Ein Kammerherrnschlüssel sperrtnur zu, und an allen Thüren des Lukas . StädterHofes hangen Kombinazion- und Vexierschlösser.Was ich von ihm vernommen, so wie von nochmehr als einem und dem andern deutschen Hofe,übertrifft jede Vorstellung, am meiste» die Zhrige;den» Ihre Durchlaucht denken freilich anders undhöher.

»Ich möchte sagen, wenn eS nicht unschicklichwäre, an, Lukas-Städler Staats-Körper geb' es,wie am Menschen-Körper, eine Stelle, die derSchließmuskel (Spdlootsv) immer verschlossenerhält, nämlich den Hos. Und doch, wenn manmit dem japanische» Kaiser (') lind Hof, an wel-chen schon zu schreiben Hochverrath ist, (au denGouverneur muß mau alles adressieren) oder mitso manchem orientalische» Fürsten und Dalai-La-mas, die man nicht essen, ja nicht einmal existierensehen darf, den Luxstädtische» oder andere Höfezusammen hält: so gewinnen diese freilich viel,und erscheinen als wahre Glasflaschen, in denenman allen Inhalt sehen kann, sogar durch denGlasstöpsel hindurch, der zusperrt. — Und koch beialle dem, was foderk man nicht, ihr Götter, fürein Vorfahren bei dem Oberhvfmarschall von Lu-kaS-Sladt — für ein Anmelden — ein Entgegen-fahren— ein Einladen — ein Antichambrieren undChambrieren, bis endlich ein Christ mit seinenSchuhsohlen unter der Fürstentafel aufsüßt?

»So siehts blos mit dem Lukas-Städter Für-sten—nämlich mit den tausend Altarstnfen zudem Tischaltare —

»Aber mit den F ü rst i n n e» ist der Teufel garlos; diese hange» vollends als Altarblätter über,»Altar, und man müßte auf diesen selber steige»,um ihnen die gemalte Hand zu küssen. Ich glaubenicht, daß es andere Prinzessinnen als verwünschtegibt, so sehr haben sie Schloßarrest, Thronarrest,Hauptstadtarrest, ja Sophaarrest; und je höher, jeenger; in der uneingeschränktesten Monarchiesuch' ich für meine Person die eingeschränktesteMonarchie; etwa in Länder», wo repräsentiertwird, mag Präsentieren leichter gehen. Ich kannmich nicht überzeugen, daß jemand anders, als etwaein Präsident, oder Geheimrath, oder ein Adelicher,bei der Lursiädter Fürstin eine» Theelöffel be-kommt. mache aber auch, so lange Ihre Durchlauchtmich »och nicht nvbiliert haben, nicht den gering'sie» Anspruch darauf.—Was vollends für Um-stände erfoderlich sei» mögen, um gar vereinefremd« Prinzessin an, hiesigen Hofe vorzurücken,an welchem noch dazu eben eine allerhöchste Kind-bettern, liegt: das weiß niemand weniger, als ich;nur so viel weiß ich durch Zeitungen, daß ich alseiu fürstlicher Bräutigam die hohe Braut früherabgemalt, als verkörpert zu Gesicht, geschweige in

die Hand bekäme-Allein ich wollte etwas

anderes sagen, aber in der Eile verfitzt sich cher

! Mensch.»

^ Er hatte die Farben ia seinem Hvfgemälde

^ s") Langsdorf Bemerkungen auf einer Reise um die

Weit. B. i.