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diese dunklen feurigen Polenaugen sprühen mehr echte, reineHerzensliebe, als alle englischen Zwanzigtausend-Psund-Brief-Klcxe zusammengenommen . . . Und wenn auch! Du weißt,mein Bruder, daß ich nie heirathen will, um einzig meiner ge-liebten Kunst leben zu können . . .
?. 8. Schicke mir doch einige Dutzend gute, etwas harte,von Dir geschnittene Federn, recht scharf und spitz, daß ich siemit einigen heiteren Versen No.Ns8 zu Weihnachten schenkenkann. Vielleicht macht er dann einige Liebes-Klexe weniger.«
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»Heute, mein Bruder, habe ich Dir große musikalischeNeuigkeiten zu melden. Höre und staune: Deine kleine Linahat in zwei öffentlichen Konzerten mitgewirkt und — gefallen!Ein Mal sogar wirklich Klavier gespielt, obgleich Ignaz Mo-scheles — 1o eelötirk pminoo eles ^iani8ies — anwesend war.Das kam so. Du hast von den furchtbaren Ucberschwemmungenim Badischen gelesen und wie viele unserer Landsleute dadurchverarmt sind. Da arrangirte nun Graf Röder aus Karlsruhe,der jetzt hier lebt, im Konzertsaale des königlichen Schauspiel-hauses für die Ueberschwemmtcn ein Subskriptions-Konzert.Der Graf kam auch zu uns und bat um meine Unterstützung.Ich erbot mich sogleich: zu deklamiren! Aber der Gras meinte:Das ist den Berlinern nichts Neues. Wenn sie aber hören: ihrblonder Liebling von der »Königstadt« kann sich auch auf demKlaviere hören lassen! — so wird die Nengicr sie schon in'sKonzert ziehen, um von dem neuen Wunder mitsprechen zukönnen. Und Sie dürfen sich »als geschützte Dilettantin« ineinem Wohlthätigkeitskonzert für Ihre Landsleute, wie aus-drücklich im Programm bemerkt werden soll, sogar in Berlin