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Also soll der Handeln,de Theil der Menschennicht wie der specnlirende erzogen werden.
Sie glauben , liebster Freund, ich habe in demSchreiben an den Fürsten.. . . den Tänzer Mit demTanzmeister , oder den Gelehrten mit dem Lehrer ver-wechselt? Wohlan, ich will mich deutlicher erklären:warum ich den praktischen Unterricht dem wissenschaft-lichen vorziehe, und warum ich glaube, daß der prak-tisch erzogne Mensch, wenn es zur That kömmt, seinAbentheüer besser bestehe, als'der andre. "
Laßt uns nur' gleich "hei dem Landmaime anfan-gen; wie viel Sta^dhaftigkeit/zeigt derselbe Nicht inseinem Unglücke ? Brenttt.'ihm. sein Haus-Mb , oderraubt ihm ein Hagelschla'g seine ganze' Hoffnung imFelde: Gott hat es gegeben , Gott hat es genommen.Stirbt ihm fein gutes Weib, oder sein liebstes Kind:im ewigen Leben sieht er sie wieder. Unterdrückt ihnder Mächtige:' nach dieser Zeit kömmt eine andre.Raubt ihM der Krieg alles: Gott weiß, was ihmnützlich ist; und allezeit ist der Name des Herrismuthig gelobet. So finde ich fast durchgehends denLandmann, und auf dem Sterbebette sieht er, desLebens satt und müde, seiner Abspannung vom Jochemit einer beneidenswcrthen Ruhe entgbgM/. ohnealler der Tröstungen zu bedürftü , die sich'Är Ge-lehrte gesammelt hat, und blos mit den Kusmittelnversorgt, die ihm der praktische Religions- Unterrichtgewährt. ,Wo ist aber her Gelehrte, der aufrichtigsagen kann, so viel mehprWuth .und Standhaftigkeitzu besitzen, als, er wissenschaftlicher unterrichtet ist ?
Eben