Ueber die Sittlichkeit der Vergnügungen. 2,,
Heller zählt: so denke ich auch, ich durste satt Paste-ten essen, wenn gleich alle meine Nachbarn nur grobBrod zu kosten kriegen. ^
Du nennest das hart? .... Gut. MitleidigerMann, ich will allen was mitgeben, es soll niemandbei mir darben; ich will großmüthiger seyn, als derKönig, der seine ganze Ehre für sich allein behalt,und billiger als der Reiche, der immer noch mehrsammlet. Wir Meister in der Kunst sich zu vergnü-gen, haben einen cdlern Hang, als-beide, wir lassenkeine» darben; und wir sind nicht glücklicher, alswenn die ganze Welt mit uns glücklich ist; wir thei-len Opern, Redouten, Comedien, Pasteten und waswir haben, von Herzen gern mit; und böse Leuteallein sind es, die uns nachreden, daß wir unsernWein allein trinken. Unser größtes Vergnügen ist,reckt viel vergnügte Leute zu machen; sind nicht ebendie Redouten und Comedien gerade so eingerichtet,daß ein jeder für ein Billiges daran Theil nehme»kann; und lachen wir wohl jemals herzlicher, alswenn die ganze Versammlung mitlacht? Also ....
Aber das geht nicht : wir müssen arbeiten, wir ha-ben Pflichten gegen uns, gegen andre,-gegen Gott...
Richtig, vollkommen richtig! Jedoch gesetzt, wirwohnten auf Otaheiti, wo die Brodfrucht aufden Bäumen wuchs, und jeder nur den Mund auf-thun durfte, um satt zu werden; wo die Einwohnerden ganzen Tag in der Sonne lagen, und nicht an-ders aufstunden , als um, Comedien zu spielen, oderzu tanzen ; wo Jungen und Mädchen sich beständigim Grase wälzten, und die Königin mit ihren Hof-damen den Engländern immerfort in die Arme lief:rpo Essen und Trinken und Schlafen die einzige Be-rufsarbeit war; wo es keine Arme und keine Almosen
gab,