Nachschrift.
Lü
nnr immer freudig und hehr, so wird es der Mannauch werden, und wenn er es geworden ist, werdenSie es auch von Herzen werden.
Die Kunst, so dazu gehört, ist so groß nicht.Nichts schmeichelt einem Manne mehr, als die Freudeseiner Frau; er sieht sich immer stolz als den Urhe-ber derselben an. So bald Sie aber recht freudigsind, so werden Sie auch lebhaft und aufmerksamwerden;, jeder Augenblick wird Ihnen eine Gelegen-heit geben, ein gefälliges Wort anzubringen; undSie werden bald darin so geläufig werden, daß Sienicht nöthig haben, Ihren Verstand in große Unko-sten zu setzen. Zuerst erfordert es freilich ein kleinesStudium, und ich erinnere mich noch, wenn ich vor-dem in Gesellschaft ging, daß ich vorher die Charak-ter aller Personen, welche darin erscheinen würden,mühsam.überdachte: um dasjenige ausfündig zu ma-chen, was ich einer jeden Passendes und Angenehmessagen wollte. Aber es giebt sich doch bald, und zu-letzt wird es einem so mechanisch, wie den großenHerrn bei der Cour. Ihnen wird dabei Ihre guteErziehung, die in diesem Stücke außerordentlich vielvermag, sehr zu statten kommen, und Ihre Empfind-samkeit wird dann die edelste Gabe werden, die Ih-nen die Natur geschenkt hat: wenn sie zur freudigstenThätigkeit übergeht, und jeder Handlung das Sanfte,Gefällige und Zärtliche eindrückt, was jetzt nur imStillen schmachtet, oder wie eine Blume im Kellerblühet. Ihr Lieber Mann wird sich auf den Lorbeer-reisern sonnen, die Sie ihm unterlegen, und Siezärtlich einladen, das Vergnügen, was Sie ihm ver-schafft haben, mit ihm zu theilen.
XIV.