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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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zeugt hatte, wo die Apostel und dann die Apostelschüler dieErinnerung an solche leibliche Gegenwart noch lebendig erhiel-ten, bis zu dem Moment, wo die Seele sich in das Unsicht-bare dahin eingelebt habe, aus daß nun Christus, der Gott-mensch, allgegenwärtig in uns allein herrsche: daß dieser Ueber-gang durch ein sichtbares Oberhaupt für die in dem Leibes-leben zu kräftig befangene Christenheit wie nothwendig solltevermittelt werden. Jedoch war es, daß dieses Oberhaupt seineMacht von Christo ableitete, in der Nachfolge des Apostel Pe-trus, ohne eigentlich weltliche Gewalt, ja, derselben entgegen-stehend, grade die Fülle der höheren geistlichen Gewalt voraller Welt zeigte. Die allgemeine Gottesdicnstordnung, welcheGregor erließ, hatte großen Einfluß. So aus dem innigenErgreifen des Geheimnisses der göttlichen Gnade geht sie her-vor, daß darin noch fortdauernd die Seelen zum Herrn geleitetwerden. Die lateinische Sprache, hier die Sprache des Gottes-dienstes., sie ward ein Band, welche die abendländische Geist-lichkeit, aber auch deren Völkerheerden mit Nom umschlang;darin waren schon die Glaubens-Bekenntnisse abgefaßt, daringing neben aller geistigen, das ist die natürliche Entwicklung,die geistliche, das ist die vom heiligen Geiste geförderte, vor-wärts. Um das Wort Gottes war ein köstlicher Schatz derSeelenerkenntniß in den Schriften der Kirchenväter ausgelagert,eine Nahrung, unverloren für alle Zeiten. Darin war einewiedergeborne Menschheit mitten aus dem, durch sein fessellosesWandern unbändig gewordenen Menschengeschlechte, emporge-wachsen, ganz auf geistlichem Grunde unter ein sichtbares Hauptgestellt. Die lateinische Sprache war es, wodurch Rom dasAbendland auch aufs Neue äußerlich beherrschte. Die Herr-schaft einer, und zwar im Christenthum geweihten, Sprachewar ein großer Segen, bis zu der Zeit wo, wie damals beimThurmbau zu Babel, die eine Sprache zu menschlichem Ueber-muthe und Herrschaft gegen den Herrn führte, und nun derHerr in seinem Worte zu jedem Volke besonders herankam sichals den alleinigen Hirten zu verklären.

Alles dieses erscheint noch bedeutender, da bald nach Gre-gors Tode Mohamed für den Unglauben siegend sich erhob.Gegen die neue Sündfluth, derselben ähnlich brach der Islam