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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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über die abgefallenen Christen herein, baute der Herr im Abend-lande in dem Papstthum eine Arche. Daß nur später der sünd-liche Mensch das Papstthum in Mißbrauch verkehrte, und dannnoch später, als es nicht mehr nöthig war, darin die MachtChristi, der sich in seinem Worte wiedergab, verleugnete!

Fünftes Kapitel.

Der Islam.

Die Welt achtete bald der freundlichen Lockungen desHerrn nicht mehr, sie siel in's Heidenthum zurück, und riefdamit Strafgerichte über sich. Was hier, selbst so nahe derKrippe des Herrn geschah, erklärt wie das, gleich Anfangsüberall verbreitete Evangelium, von vielen Völkern, die wirnun wieder als Heiden sehn, verlassen werden konnte. Datrat in Arabieir Mohamcd aus, ein Nachkomme Abrahams vonder Unfreien. Das Christenthum verbreitete sich schon mächtigin Arabien, doch Mohamed wollte sich nicht zu der Freiheitder Kinder Gottes wenden; er selbst machte sich, nicht Gottihn, zum Propheteu und sagte: er verkündige den Gott Abra-hams. Aber von Abraham sagt der Herr: er war froh meinenTag zu sehen und er sah ihn., Mohameds Gott dagegen warder Alleinseiende, Allmächtige alle Freiheit Nehmende, daß esneben ihm nur unfreie Menschen giebt. Den dreieinigen Gottder Gnade und Freiheit stieß Mohamed zurück. Derselbe dienteaber in der Hand des Herrn als Zuchtruthe wider Christenund Heiden. Bon Mohameds Flucht nach Mecca nach Me-dina, 622 nach Christo, beginnt seine Zeitrechnung und Herr-schaft, die sich nun reißend schnell durch Waffengewalt überArabien, und unter seinen Nachfolgern noch 634 n. Chr. überSyrien, Persien und Egypten verbreitete. Gnade kannte dieseReligion, der Islam, und ihr Gesetzbuch, der Koran, nicht;mit Gewalt ward die Ueberzeugung erzwungen. Der falscheProphet veränßerlichte Jegliches, denn tief in das Innere derSeele durfte er nicht blicken lassen, damit die Lüge nicht ent-deckt würde. Das ganze Leben war dem Genuß und Nutzengewidmet, und so blieb alle höhere, glänzendschimmernde Bil-dung bloß eine äußere. Neben dem Koran behielt auch eineTradition noch ein Recht, und so zerfielen die Anhänger in

v. Maltzan's christl. Weltgeschichte.

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