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ler in allen Landen, selbst aber die höchsten geistlichen Würden,ablehnend. Bernhard stand in seinem ganzen Wirken undErscheinen da, wie ein Wunder, mit der Feuermacht der De-muth und des Glaubens, mit dem durch die strengste Entsa-,gung dahin schwindenden Leibe, und mit der Gottessülle inSeele und Blick.
Von Fürsten und Päpsten zu Rathe gezogen, sagte Bern-hard ihnen freimüthig christliche Wahrheit, und gewann über-haupt Theilnahme an dem. wichtigsten Angelegenheiten, er warmehr Papst als die Päpste Jnnozenz l. und ll. und Eugen III.,denen er Anerkennung verschaffte und dann Lehren gab.. Bern-hard erwirkte dem Orden der Templer, bet 9 Jahre nach seinerEntstehung schon hinsiechte, neuen Ausschwung und kirchlicheBestätigung; und mit glänzendem Erfolge, selbst da, wo manseine Rede nicht verstand, nur das Feuer seines Wesens wahr-nahm, predigte er den zweiten Kreuzzug 1147. Mit dieserGewalt der Rede vermochte er die Flamme der Schwärmereiin Deutschland gegen die Juden, und wieder in Frankreich denWahn verderblicher Jrrlehrer zu dämpfen. Dabei unterstütztenihn oft wunderbare Fügungen Gottes. In rastloser Thätigkeiterhob er sich noch von seinem Sterbelager um zu versöhnen,und schied dann in Frieden 1153. Bernhard war das herr-lichste Vorbild des Reformators. Bis lange hin der letztegroße kirchliche Forscher und Verkündign des Bibelwortes,muß Bernhard in Dante's berühmtem Gedichte zum Lesen derBibel ermähnen. Leuchteten auch vereinzelte Männer.im Bibel-glauben, doch die Scholastik beseitigte die Bibel in der Kirchelange Zeit.
Als entschiedener Gegensatz zu Bernhard und seiner geist-lichen Richtung, erschien in Peter Abailard die dem mensch-lichen Scharfsinn huldigende geistige Richtung mit allemblendenden Glänze.
Abailard in der Bretagne 1079 geboren, ungemein be-gabt mit tief forschendem Scharfsinn, der nur zu oft die heiligeFlamme, welche auch in ihm zuweilen so schön leuchtete, dämpfte,seltsam begabt mit Fleiß, Gelehrsamkeit, mit der alles verlo-ckenden Streitfertigkeit und blendenden Rede, trat hervor, in-dem er die Glaubenslehren zu erweisen trachtete, dabei das.