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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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bei den Fürsten und dem Adel durch Liebe zu Erkenntnißwohl bekundete. Das Aussterben der Fürsten von Werle 1436,und das der Herzoge von Stargard 1471, vereinte unterHeinrich das ganze Mecklenburg, worin das Bisthum Schwe-rin rings eingeschlossen, nie ein völlig fremder Theil ward,zumal die Bischöfe eine gewisse, oberrichterliche Gewalt der Her-zoge, nach der Idee des alten Herzogthums anerkannten, auchbei allgemeinen Landessteuern ihre Unterthanen mitsteuern lie-ßen. Zudem waren in letzter Zeit die Bischöfe aus dem Für-stenstainme Mecklenburgs gewählt.

Herzog Heinrich hatte bei aller zufallenden Landesvergrö-ßerung doch viele Schulden gemacht, deren Tilgung dem Her-zog Magnus eine schwere Aufgabe ward; indessen herrschte ermit großer Weisheit und Fürsorge, und erwarb ein gesegnetesAndenken.

Das 16. Jahrhundert umschloß die Herrschaft von zweiBrüderpaaren, erstlich der Söhne Magnus II., nämlich Hein-rich des Friedfertigen st 1552 und Albrecht des Schönen f 1547,dann des letztem Söhne nämlich Johann Albrecht I. st 1576und Ulrich I. st 1603, wo neben dem ruhig waltenden einkühn fortschreitender herrschte. Gemeinsam blieb die Herrschaftdes erster Brüderpaares, weil Herzog Heinrich die Prälaten,Ritter und Städte der Länder Mecklenburg, Rostock, Wendenund Stargard selbst begünstigte, eine Union 1523 zu beschwö-ren, worin, dem Gehorsam gegen ihre Landesherrn unabbrüch-lich, ste sich zum Aufrechthalten ihrer alten Rechte gegenseitigverbanden und zur Wahrung derselben einen Ausschuß aussich bestellten. Dies ist die erste geschriebene Handveste überaltes Herkommen der Stände. Bon nun an mußte alles Rechtniedergeschrieben werden, da das römische schriftliche Recht,Herkommen und Gewohnheit verdrängte.

So trat die Union dem eifrig verfolgten Wunsche HerzogAlbrechts nach einer Landestheilnng entgegen; vergebens ver-suchte er selbst mit des Kaisers Hülfe dazu ju- gelangen. Frei-lich ward er an einer noch ernstlicheren Verfolgung seinesWunsches durch sein Trachten nach der dänischen auch derschwedischen Krone gehindert. Deshalb nahm er Partei fürChristian II. von Dänemark, den Vertriebenen; man verhieß