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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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ihm die Nachfolge, bei der König keinen Sehn hatte. Albrechtwarf sich in Copenhagcn, Heilte lange die äußerste Noth derBelagerung, dann mußte er sich ergeben, mußte verzichten.In Schweden versuchte er es auch umsonst gegen Gustav Wasa.Hierdurch in Schulden gestürzt, mühte er sich im übrigen Le-ben ab nach Entschädigung, die zuletzt nur in Worten bestand.Dies Alles zog Albrecht zu sehr fort, um den wahren Glauben,obschon er ihn Anfangs erkannt, zu erfassen, er schwankte hin undher und verfiel stets aufs Neue in Verbindungen mit Rv'mischgläu-bigen, daß er mindestens das Rcformationswerk des Bruders ver-zögerte. Dagegen verhinderte seine Politik, daß das Land indie unglücklichen Zeitläufte des schmalkaldischen Bundes ver-wickelt wurde. Albrecht starb nach der Schlacht bei Muhlbcrg.

Mecklenburgs Kirche war sehr reich und nährte an 14000Geistliche; zu viel für das kleine Land. Die weise Herrschaftdes Herzog Magnus II. hatte auf gute Kirchenzucht gehaltenund die eine Hochschule für das nur kleine Land übte bessern-den Einfluß; im Dom zu Schwerin ward Ende des 15. Jahr-hunderts schon deutsch gesungen. So predigte denn bereits1516 ein Priester zu Rostock, Niclas Ruß gegen den Ablaß,womit der Legat Archimbald alle Laster durchschlüpfen ließ unddafür viel Geld einnahm. Leicht verbreitete sich hieraus Lu-thers Lehre in Rostock und Wismar; und der fromme ConradPegel, Prinzenlehrer bei Herzog Heinrich, erkannte bald dieWahrheit, durfte nach Wittenberg gehen, viele Rostocker Stu-denten thaten es ihm nach und Pegel gewann seine Fürstenfür Luther. Beide Herzöge hörten daraus selbst Luthern inWorms die Wahrheit bezeugen. Beachte mau wohl, daß gleich-zeitig 1523 die politischen Verhältnisse durch die Union, unddie geistlichen durch die erste Predigt in Rostock von Schlüteraus Dömitz neue Kraft gewannen, Staat und Kirche vereintsich entwickelten. In Wismar begünstigte selbst Herzog Albrechtdie neue Predigt und es schrieben beide Herzöge nach Witten-berg um Prediger, der Kirchenverbesserung guten Fortgang zuverschaffen. Bei der Friedlichkeit Herzog.Heinrichs und beides Bruders Wankelmuth ging es langsam zum Bessern, nurdurch Aussterben der römischen Geistlichen. Das Volk aberward besonders zu klarem Verständniß und williger 'Ausnahme