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Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
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So ward eine ständische Freiheit gesichert und dnrch einen be-ständigen engern Ausschuß von Adel und Städten bewacht,eine Freiheit, welche in Deutschland immer mehr verschwand.Aber die Landesherren von jeher gewohnt, in Adel und Städ-ten treue Rathgeber und Ausbülse zu finden, auch stch selbstbei ihren Unterthanen das Vertrauen zu einer landesväterlichenHerrschaft erhaltend, walteten stets im Bewußtsein einer Selb-ständigkeit, die von Gottes Gnaden stammt, und schirmten dasLand in solcher Kraft gesegnet. Um so mehr galt es denAbfall vom wahren Glauben zu verhüten, weil die calvinischeLehre immer kecker nach völligem Sieg in Deutschland strebte.Vielleicht auf seiner Reise war Johann Albrecht n. wankendgeworden, rnrd gab calvinischem Einflüsse seines Rathes Gehör.Schon 1614 wurde Verwahrung vom Bruder und den Unter-thanen eingelegt. Als aber Johann Albrecht 1618 eine calvi-nische Landgräfin von Hessen zur Gemahlin nahm, da suchteman scharf sich zu verwahren. Brach nun schon der Kriegaus, so genoß Mecklenburg noch einige Friedensjahre, daßAdolf Friedrich die halbvollendeten Werke seines Großvatersthätig wieder aufnahm. Dies kam ihm später zu Nutzen.

Als die Kriegsgefahr näher rückte, bemühten sich dieHerzöge beim niedersächsischen Kreise alle Feinde fern zuhalten. Der Kreis zeigte seine Maßnahme -dem Kaiser an,und dieser bezeugte noch besonders den Herzögen seine Zusrie-denheit. Doch als Tilly seine Völker in dem Kreise raubenließ, und keine Klage Abhülfe fand, Wallcnstein noch dieNoth mehrte, da verbündete sich der Kreis mit Dänemark.Der Kaiser entrüstete sich darob so sehr, daß er nach demSiege bei Lütter am Barenberge die Herzöge ächtete undWallenstein mit Mecklenburg 1628 belehnte. Hier warenPlane- zu einer deutschen Seemacht. Während die Herzöge inder Fremde armselig umherirrten, führte Wallenstein ein sehrweises schonendes Regiment, ließ auch die Stände durch Ver-dienst Gebhard Moltke's in ihren Freiheiten. Drei Jahredauerte dies, da erschien Gustav Adolph 1631 als Befreier.

Schweden und Kaiserliche kämpften mit einer Wuth, welchebesonders das Herzogthum Güstrow verödete. Die Herzögekehrten zurück, und versöhnten sich endlich 1635 mit' dem