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Kaiser durch ihren Beitritt zum Präger Frieden. Der Reichs-vicekanzlcr von Stralendorff, ein Mecklenburger- und vielgeltend-bewies sich thätig sür sein Geburtsland. Was ferner auchdie Herzöge thaten, keine Partei zu ergreifen, die Kriegszügeblieben nicht aus, zugleich raffte 1637 die Pest die Bevölke-rung hin, daß am Schluß des Krieges die Verödung und Ver-armung der Städte, und die in eine Wüste verwandeltenLandstriche, das traurigste Bild darboten. Mit Wald bezogsich weithin das Land.
Herzog Johann Albrecht war in Mitten des Elends1636 gestorben. Sein einziger Sohn Gustav Adolph solltevon der Mutter calvinisch erzogen werden. Adolf Friedrichgriff durch, entführte den Prinzen und ließ sich nicht hindern,ihn lutherisch ,zu erziehen. Den Segen dieser That verspürteMecklenburg in der schwachen Zeit nach Adolph Friedrich.Der kraftvolle Lenker hatte alle Noth überstanden und imFrieden 1648 die Stifte Ratzebnrg und Schwerin und dieComthureien Mirow und Nemerow erworben, wogegen erleider Wismar mit einigem Gebiete verlor. Nasch, doch weisegriff seine Gesetzgebung ein. Die Grenzen jedes Eigenthumswaren verwirrt, der Abfluß der Gewässer versumpfte, Ob-männer, statt mühevollem Rechtsgang, ordneten das Streitige.Die allein Alles ausheilende Wirksamkeit der Kirche belebte erdurch die revidirte Kirchenordnung. Adel und Städte bliebenin ihren Freiheiten, wenn schon verarmt. Der Leib war schwach,aber . die Seele stark. Darin war freilich eine große Verän-derung eingetreten■, daß der alte Bauernstand theils ausge-rottet war, theils seine Rechte verloren hatte. Waren dieBauern zwar schon allmälig aus ihrem frühern bessernAnrecht verdrängt, dennoch betrieben sie hauptsächlich dieLandwirthschaft, und waren die reiche Quelle der bewil-ligten Steuern. Eine neue Bevölkerung, zumal im Herzog-thnm Güstrow, wuchs heran, niehr als verheiratetes Hofge-sinde. Auch manche fremde Krieger legten ihre Beute inLandgütern als Pfandbesitzer an. Jedoch nach 100 Jahrenwaren wenig Fremde noch im Besitz, das Lehnrecht brachtedie einheimischen Geschlechter wieder empor, um in der kom-menden schweren Zeit tüchtige Kämpfer für des Landes Frei-