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dem römischen Nachfolger aus Pfalz-Neuburg, von KaiserRuprechts Enkel Ludwig abstammend. Dieser Pfalzgraf, Phi-lipp Wilhelm's Vater, Wolfgaug Wilhelm, war schon 1613römisch geworden, um die mütterlichen Ansprüche auf Jülichund Berg sich zu sichern, welche doch erst 1666 durch Vertragmit Brandenburg völlig ausgeglichen wurden. Philipp Wil-helms kurze Herrschaft bis 1690, sah die grenzenlose Verwü-stung eines Mclac in dem, um die Rechte der Schwester desChurfürsten Carl, der Herzogin von Orleans, ausgebrochenenKriege. Sein Sohn, Churfürst Johann Wilhelm, hatte nurwenige Ruhejahre nach dem Frieden von Ryßwick 1697, neueVerheerung brachte der spanische Snccessionskrieg über seinLand; nur die zwei letzten Lebensjahre vermogte er wohlthätigfür seine Unterthanen zu wirken. Er starb 1716 und seinBruder, Carl Philipp, erhielt Churpfalz. Derselbe nutzte dieruhige Zeit sein Gebiet von Schulden zu befreien und empor-zubringen. Da er nur eine Tochter besaß, vermählte er die-selbe an seinen muthmaßlichen Nachfolger von Pfalz-Sulzbach.Auch dieser starb ohne Söhne, und erst dessen Tochter warddurch ihre Vermählung mit ihrem Vetter, Carl Theodor, Chur-fürstin.
In Baiern dagegen folgen auf Max l. Ferdinand Mariabis 1679. Er ließ fromm und gebildet seinen Räthen Raumdas Landeswohl zu befördern, und ließ 1657 ein gutes Ge-setzbuch zusammenbringen. 1666 war der letzte Landtag inBaiern, wo sich eine traurige Theilnahmlosigkeit der Ständedarstellte; der freie Sinn des Adels war ganz gebrochen.Den Krieg wußte - der Churfürst glücklich von seinem Landeabzuwenden.
Sein geistvoller Sohn Max il. Emanuel, voll Lust zuGlanz und Kriegsruhm, fand in dem blühenden Lande unddem ererbten Schatz, Mittel seinem Sinne zu genügen. Erschloß die alte Verbindung mit Oestreich enger, zog 1683 mitstarkem Heere Wien zu Hülfe, und kämpfte dann siegreich ge-gen die Türken in Ungarn. Durch des Kaiser Leopold Toch-ter, des Max II. Gemahlin, erhielt der Sohn dieser Ehe dieAnwartschaft auf Spanten, und der Vater ward schon Statt-halter der Niederlande zu Brüssel. Der Krieg mit Frankreich