Buch 
Umriß einer christlichen Weltgeschichte / von Friedrich von Maltzan
Entstehung
JPEG-Download
 

368

Im Kirchengebete ward zwar brünstig noch ein Erbe erflehstdoch mit dem Herzog erlosch 1733 sein Zweig. Große Schul-denlast blieb nach. Ein Vaterbruderssohn, Carl Alexander,herrschte nur 4 Jahre nachfolgend. Seit früher Jugend, unddamals ohne große Hoffnung, hatte er für Oestreich und dasReich glorreich gekämpst, und war hierdurch veranlaßt zur rö-mischen Kirche überzutreten. Kaum daß Carl das Herzogthumererbt, so führte ihn der Krieg 1734 wieder in das Feld, mitneuem Glücke. Da konnte er nicht dazu gelangen seinem LandeWohl zu thun, doch sicherte er es wegen seines römischenGlaubens, wodurch die Landeskirche wieder mehr in Würdesich erhob.

Eine siebenjährige Vormundschaft trat wieder ein, daß deröstreichische Krieg es nützlich machte, den jungen Erben Carlgroßjährig zu erklären. Die Macht des Bösen, fcsselloser nachdem 30jährigen Kriege, ließ die französischen Ludwige bis zurAnbetung nachahmen, sie kam seit Eberhard Ludwig auch überWürtemberg. Die lange Herrschaft des Herzog Carl erlangteeine üble Berühmtheit, durch den Streit mit den Ständen,deren Rechte Moscr verfocht, ein Mann, welcher auch das wahreLutherthum und die gründliche Gelehrsamkeit Alt-Würtem-bergs vor ganz Deutschland in Ehren erhielt. Der geistvolleaber in Eitelkeit befangene Herzog bekehrte sich nach Art eini-ger seiner Vorfahren, am Ende des Lebens, und schied als eingeliebter Fürst dahin ohne Kinder. Nach kurzer Zwischenherr-schaft seines Bruders folgte dessen Sohn Friedrich, dem es be-schieden, in den großen Umschmelzungen Deutschlands das alteHerzogthum Schwaben in Würtemberg wesentlich herzustellen,und es dann zum Königreich zu erheben. Aber damit mußtenschon die alten Stände schwinden, die vielen hinzukommendenneuen Elemente, Fürsten, Reichsadel, Reichsstädte machten eineneue Verfassung nöthig.

V i e r t e s K a p i t e l.

Baden.

Nach 1648 begann die Zeit der greuelvollen GewaltthatenLudwigs XIV. ; der westphälische Friede gab mit dem Elsaß anLudwig die Veranlassung, auf allerlei deutsche Besitzungen