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helfen. Der sehr umsichtige Minister von Zesterfleet leitetehier, durch die 7 Jahre voll Kriegsgefahren ohne Schreckenhindurch.
Nach dem Kriege führte der Herzog Friedrich, treu .demErbvergleiche, aber durch seinen großen Minister von Bassewitzkräftig, in einem frommen Sinn wie ihn die Mitwelt schonverschmähte, eine Verwaltung, welche alle Uebel früherer Zeitauszuheilen sich bestrebte. Aus seinen Brudersvhn und Nach-folger Friedrich Franz, übcrtrng er 1785 Achtung für Kircheund Verfassung; und wenn auch Manches unerfreulich mitunterlief, das übersehe die Geschichte nicht, wie er in Mittenhereinbrechenden Abfalls von Gott, die Kirche zu schützengedachte, einmal durch den Erlaß 1802 worin er vor demEinfluß der Philosophie die Behörden warnte, dann durch seineVerordnung von 1817, worin er die eindringende Union ent-schieden verbot. Das Gebiet von Wismar brachte FriedrichFranz an Mecklenburg zurück, ein schmerzlich entbehrter alterLandesantheil.
Die verführerische Zeit der französischen Gewalt BestandFriedrich Franz in richtiger Würdigung eines mecklenburgischenFürsten, der ein freier Landesherr von freien Unterthanensein will. Die Stände unter Leitung des Landraths vonOertzen aus Kittendorf, eines Mannes von seltener Weisheitund Redlichkeit, förderten die landesherrliche Absicht in derArt, daß sich ein scheinbar gesegneter Zustand vorbereitete, ausdem die Neuzeit Stoffe nehmen kann, Gutes herauf zu führen.Kein deutsches Land brachte so viel mit in die Neugestaltungdes Volkslebens, zumal Fürst und Volk, allein unter denDeutschen, die der wahren, der lutherischen Kirche treu geblie-ben waren, und darin die rechte Lebenskraft besitzen konnten.