V. Humanismus und Mönchthum,
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Was Filelfo gegen diese Bettelmönche in den Kampf rief, istgleichfalls nicht klar. Vermuthlich hatte auch er einen persönlichenAngriff von ihnen erfahren oder einen Angriff auf seine heidnischeWissenschaft st. Auch mochte schon der Ruhm eines solchen Volks-redners den klassischen Prunkredner reizen. Er fuhr gegen ihn mitseinen Witzen und Schmähungen so bitter und wüthend los, wie erseinem Groll gegen andere minder heilige Gegner Luft zu machenpflegte. Viele seiner Ausfälle mögen in dem ungedruckten Werkecis ioois 6t ssriis enthalten sein; wir meinen aber auch in einer»seiner Satiren st den Minoriten deutlich heranszuerkennen, wenn er' auf den Mann lästert, der von seiner hohen Kanzel die süßen Freudendes ewigen Lebens und die Schrecken der Hölle zeige, den das dummeVolk zum Himmel erhebe, der den Namen der Jungfrau Maria mitsündlicher Liebesgluth feiere. Diesen Mönch bezeichnet Filelfo alsden gefährlichsten Feind aller Jungfräulichkeit und Schaamhaftigkeit st,stellt ihm als Seitenstück zu einem nichtswürdigeü Knabenschänderaus und verhehlt nicht seine Ansicht, daß der ganze Stand ihm ähnlichsein mögest. Das ganze Treiben der Mönche erscheint ihm als eitelGaukelei und Gaunerei, er behandelt sie gerade wie die albernenAstrologen, deren Zunft am Hose Filippo Maria's blühtest. Undjene Satire überreichte er mit den anderen Papst Nicolans, derzwar kein Gönner der Observanten war, aber Bernardino doch ka-nonisirt hatte. Da indeß der Name des Mönches nicht offen genanntwar, scheint der Papst daran so wenig Anstoß genommen zu habenwie an den Lästerungen gegen die Medici und seine florentinischenFreunde. ,'
Denselben Kampf, zu dem sich Filelfo gelegentlich herausgefordertfühlte, betrieb Poggio systematisch und länger als ein Vierteljahr-hundert. Er war in das Jutriguenspiel, welches die Observanten
y Von diesem Anlaß des Streiies berichtet allein lloti. llov. kontsnus äoseimoiro üb. V (Opp., Vonet. 15l8 I.il». II lol. 235). Er spricht von der Predigtdes Bruder Bernardino in Mailand. Aber das fügt sich nicht in Filelfo's Leben.Entweder müßte die Scene in Siena spiele» oder ein anderer Bruder des Ordensnach 1439 in Mailand gepredigt haben.
I)oe. II llec. 5.
y tzui nullum üsAiArs 8init tentixsins ounnum etc.
y Lees ssaerclotes gnl snora, NsniLgvrs miirlsIrLirt,bloee probos pistato viros! etc.
5) v. liosnrini Vitn cii b'ilvlk» 4. III p. 75. 76.