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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
Entstehung
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3. Die schönsten Tage des ÄronprinM Friedrich.

O Schmuck der Schäferinnen,

Gehab Dich ewig wohl!"

....Gehab Dich wohl, Du Harter!

Fleuch nur mein Angesicht!

Du mehrest meine Marter.

Und schwächst die Liebe nicht!

Du sprachst: ich bin Dein eigen.

Wie? heißet das geliebt?

Du stiller Wald sollst zeugen.

Wie Thyrsis mich betrübt.""

Johann Nicolaus Götz.

Der Schlußstein der Versöhnung zwischen Friedrich undseinem Vater war die Verheiratung des ersteren mit einer Prin-zessin von Braunschweig-Bevern im Jahre 1733. Auch auf derHochzeit benahm er sich mit außerordentlich vieler Klugheit. Ausdem Kronprinzen Absalom, den der fromme Schulenburg mit-gerettet hatte, wurde nun immer mehr ein salomonischer Friedrich,zunächst aber ein glücklicher und von Apollo, selber eingeweihterarkadischer Flötenbläser.

Es war damals die Zeit der Schäferspiele und der Bauern-hochzeiten, auf denen die Welsen sich besonders in Blankenburgmit dem Volke ergetzten und platt sprachen. So erblicken wirdann selbst Friedrich den Großen, der gerade für diese leichtereSeite des Lebens an den kleinen wölfischen Höfen eine Vorliebezeigte, um die Zeit seiner Hochzeit mitten unter den verkleidetenSchäfern und Bauern dieser Welsen.