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Friedrich der Grosse und die deutsche Literatur : Mit Benutzung handschriftlicher Quellen / Von Heinrich Pröhle
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20. Und der, in jeder Kunst erfahren,

Der Künste Meister ehrt,

Und was die Römer, und die edlern Griechen waren,

Uns lehren kann, und »lehrt.

21. Der ist's! Dem edlen Weifen bringenDie Mufen ihren Zoll,

Den Herzenswilligen! Den wollen alle singenDie Musen und Apoll,

22. Der auf dem Königsthron iezt thronet,

Die Dummheit und den Duns

Wegweisend, weit von sich, und wie zu Delfos wohnetIn Zukunft unter uns!

23. Und Plötzlich strömen Lobgesänge!

Dann Einer, dann ein Chor!

Laßt mich, ihr aufmerksamen Hörer durch, ich drängeMit Ehre mich hervor!

24. Ich Patriot! (den schönen NamenVerdient ich endlich mir

In jenen Jahren, die berühmt zu werden kamen,)

Ich alter Grenadier!

25. Und mische meinen großen Zweiten,

Des Nachruhms Sonnenschein,

Und des geliebten Friedrich Wilhelms goldne Zeiten,

In den Gesang mit ein!

Nach Strophe 5 scheint Friedrich vor seinem Ende nochmals aus Kleisthingewiesen zu sein, auf den ihn schon Stille bei seinen Lebzeitenaufmerksam gemacht, besten Heldentod aber Gleim in der Audienzgewiß grundsätzlich erwähnt hatte. Strophe 15 mag auf Langegehen. Strophe 8 und 9 bestätigt uns, daß Friedrich Klopstock's undWieland's Namen noch vor seinem Tode kennen lernte, was wir schonaus Gleims Gedichte S. 276der König und Gleim," wissen; ebensoStrophe 8, daß er Geßner kannte, welchen er schon 1781 in dem Briefe and'Alembert erwähnte, aus dem wir eine Stelle im Texte anführten.