Einleitung.
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Ludwigs XIV. Regent und als solcher übel berüchtigt, geb. 1674,gest. 1723, und eine Tochter, nach der Mutter Elisabeth Charlottegenannt. Es war ein großer Schmerz für Elisabeth, daß fürPhilipp, von dem sie den ihm zugedachten Gouverneur, den ent-setzlichen Marquis d'Effiat, glücklich abgewendet hatte, der sitten-lose Abbs Dubois als Erzieher gewählt wurde. Aber ein größererSchmerz stand ihr bevor. Der König hatte den Beschluß gefaßt,zwei seiner unehelichen Kinder von der Madame de Montespan,den Tue du Maine und Mademoiselle de Blois, mit ElisabethsKindern zu verheiraten. Nur ihrem energischen Widerspruch ge-lang es, die Verkuppelung ihrer Tochter mit dem Bastard zu ver-hindern. Der Sohn jedoch war feig genug, dem Machtgebote desKönigs zu folgen. Die Tochter heiratete später (1698) den HerzogLeopold von Lothringen, der Elisabeth als Schwiegersohn durchausgenehm war. Durch diese Heiraten ihrer Kinder wurde Elisabethdie Stamm-Mutter zweier regierenden Häuser. Ein Nachkommedes Sohnes war Louis Philipp, König von Frankreich (1830 bis1848). Die Nachkommen der Tochter aber, deren Sohn Franzvon Lothringen die letzte Habsburger!« Maria Theresia heiratete,sind die habsburg-lothringischen Kaiser Oesterreichs. Beide Kinderüberlebten die Mutter, aber die Tochter weilte fern von ihr undder Sohn hatte, trotz kindlicher Verehrung, in seinem zügellosen,durch Ausschweifungen und Uebelthaten vollbeschäftigten Lebenwenig Zeit für die, der er seinen Ursprung verdankte.
Sie war zumeist auf sich selbst angewiesen und benutzte ihrefreiwillige und unfreiwillige Muße zu einem eifrigen vielbespöt-telten Verkehr mit den entfernten Ihrigen. Sie war am Hofenicht sehr wohlgelitten; außer Monsieurs Kreaturen war Frauvon Maintenon ihr spinnefeind und der von dieser umgarnteKönig ließ sich nur selten dazu herbei, sie in Schutz zu nehmen.Der Tod Monsieurs (11. Zuni 1701) änderte in ihrer Stellungwenig. Sie versöhnte sich äußerlich mit Frau von Maintenonund dem König, ohne innerlich ihnen nahe zu kommen. Von dieserVersöhnung hat sie selbst berichtet (unten S» 77 ff.). Außerihrem wahrheitsgetreuen Berichte jedoch gibt es einen andern, denSt. Simons in seinen Memoiren, der zu charakteristisch ist, umhier Übergängen zu werden. St. Simon erzählt, in jener denk-würdigen Unterredung habe Frau v. Maintenon Vergebung ange-boten, wenn man nur künftig mit ihr zufrieden sein könne. Aufdie verwunderte Frage der Elisabeth habe Frau von Maintenoneinen ihrer Briefe an die Kurfürstin voll anzüglicher Bemerkungengegen die Freundin des Königs hervorgezogen. Elisabeth sei ver-wundert, bestürzt gewesen, habe geweint und schluchzend um Ver-zeihung gebeten. Der ersten Demütigung sei eine zweite gefolgt.Frau von Maintenon habe bemerkt, nicht nur der König, auch sieselbst habe Klagen gegen die Witwe. Und als nun Elisabeth da-gegen protestierte und erklärte, daß vielmehr sie stets ungerechtverfolgt worden sei, da habe die Maintenon eine ganze Reihe von