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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
Entstehung
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An die Kurfürstin Sophie..

St. Cloud, 5. August 1673.Was meinen Kleinen anbelangt, so ist er so schrecklich großund stark, daßhey met verloff" eher einen Deutschen und West-fälinger gleich sieht, als einen Franzosen, wie E. L. aus seinemContrefait ersehen werden. Alle Leute hier sagen, daß er mirgleicht, also können E. L. wohl denken, daß es eben nicht so eingar schön Bürschchen ist; jedoch wenn er nur mein Patchen E. L.Prinzeß gefällt, dann ist alles gut, weil sie doch, wie E. L. mirschreiben, mit der Zeit ein Paar geben sollen.

An die Kurfürstin Sophie.

(2) St. Germain, 14. Dezember 1676.

E. 8. bitte ich demütigst um Verzeihung, daß ich in solanger ewiger Zeit meine Schuldigkeit mit Schreiben nicht abge-legt habe. . . Erstlich zu Versailles, allwo wir den ganzen Tagzu thun hatten; den Morgen bis um drei nachmittags warenwir auf der Jagd, darnach wenn wir von der Jagd kamen, sokleidete man sich anders an und gingen hinauf zum Spiel, dortblieb man bis um sieben Uhr abends, von da ging mau in dieKomödie, welche um halb elf Uhr aus war, alsdann ging manzum Nachtessen, vom Nachtessen zum Ball, welcher bis drei Uhrmorgens währte und dann zu Bett. Drum laß ich E. L. selbstgedenken, ob ich dort Zeit zu schreiben gehabt habe, nachdem ichaber hierher bin gekommen, hab ich alle Tage antworten wollen,aber allemal ist was dazwischen gekommen, .... insonderheit

r) Der erstgeborene Sohn, -l- 1676.°) Ew. Liebden.

°) Konterfei.