Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlöans. 17
bei Mad. de Montespan zu halten. Dieses macht auch, daß ichjetzt sehr L tu woäs biü, denn alles was ich sage und thue, essei gut oder überzwerch, das admirieren die Hofleute auch der-maßen, daß, wie ich mich bei dieser Kälte bedacht, meinen altenZobel anzuthun, um wärmer auf dem Hals zu haben, so läßtjetzt jedermann auch einen aus dies xntron machen, und es istjetzt die größte Mode, welches mich wohl lachen macht, denn ebendieselben, so jetzt diese Mode admirieren und selber tragen, habenmich vor fünf Jahren dermaßen ausgelacht und so sehr mit mei-nem Zobel beschrieen, daß ich ihn seitdem nicht mehr hab anthundürfen. So geht's hier bei diesem Hofe zu: wenn die Kourti-sans sich einbilden, daß einer in Faveur ist, so mag einer auchthun was man will, so kann man doch versichert sein, daß manapprobiert werden wird, hingegen aber wenn sie sich das Konträreeinbilden, so werden sie einen für ridikül halten, wenn er gleichvom Himmel käme. Wollte Gott, daß es sich schicken könnte,daß E. L. ein Monat etliche hier sein und dieses Leben sehenkönnten, ich weiß gewiß, E. L. würden oft von Herzen lachen,wir würden aber noch von besserem Herzen lachen und lustig sein,wann es auf die Manier geschehen könnte, wie ich schon so oftgewünschet, und welches nicht schlimm für mein Patchen seinsollte. Aber nxroxos von dieser Sache, wir sind jetzt hier inSorgen wegen eines euvo^s von Bayern, denn wir (nämlich in-sonderheit Monsieur) fürchtet, daß es ein böses Zeichen für unsreMademoiselle sei ... Ich wollte lieber, daß wir unsre Made-moiselle hier behielten, denn außerdem, daß es Monsieurs Tochterist, und ich ihr daher alles Gute wünsche, sondern auch weil mirjetzt miteinander gewohnt sind, und wenn die Kurprinzeß vonBayern Mad. la Dauphine werden sollte, dann müßte ich ganzneue Kundschaft machen. Der König hat seine Histori in Mi-niatur malen lassen, aber man hat sie nicht in Kupfer gestochen.Im übrigen so ist mir gar nicht bang davor, daß man michhier in ridiküle tourniert, denn wie ich E. L. schon gesagt habe,ich bin jetzt gar zu sehr ä, la inoäs. Aber dem sei nun wieihm wolle, so kann niemand, so dou ssus hat, was zu sagenfinden, wenn ich soviel mir möglich ist, wehre, daß Leute, diemir so nahe verwandt sind wie die Prinzessin von Tarent ist,ridiküle Bassessen thun . . . Aber ich denke, daß es auch wohleinmal Zeit ist, daß ich diesen Brief schließe, denn er lang genug ist.
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