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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
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22 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlöans.

Lorraine los und meinte, es wäre Mr. Legrand. Chevalier, wieer das sieht, rennt er dem Kerl nach, welcher, sobald er ihn ge-sehen und daß es nicht Mr. Legrand war, ging er durch. Er er-tappte ihn aber noch und haute ihm eine Balassre ins Gesicht.Einer aber von Mr. Legrand seinen Leuten ging auf den Tuede Grammont los, und wenn ihn Beaumont nicht eingehalten,hätte er ihn darnieder gestoßen. Endlich aber riß der Duc deVilleroy den Mr. Legrand in seine Kutsche und Marsillac undMr. de Vendüme den Duc de Grammont in die ihrige undführten sie heraus. So bald der König solches vernommen, be-fahl er Monsieur, sie wieder miteinander zu vergleichen undihnen von seinetwegen zu befehlen, bei harter Strafe nichts mehrmiteinander anzufangen, weder sie noch die Ihrigen noch ihreBedienten, und weil sie den Respekt vergessen hätten, den sie Mr.1s äsuxbin schuldig, und sich in demselben Feld gezankt undgerissen hätten, so sollten sie beide in die Bastille bis auf weitereOrdre. Sie sind aber nur 24 Stunden darin gesessen, denngestern abend hat sie der König wieder holen lassen. So geht'shier zu, alle Tage was Neues und selten was Gutes. Im

übrigen so spricht man noch immer von den Bären, wenn nichtsNeues vor ist; denn einer ist gestorben, aber der andre ist noch

in frischer Gesundheit und gestern abend hat man noch von ihm

an Königs Tafel gesprochen. Noch etwas Neues: die arme Doudouhat abscheuliche Händel mit ihrem Mann. Wie sie mit ihremSchwager und Schwester, dem Duc und die Duchesse d'Aumont,wie auch dem Chevalier de Tilladet wieder aus dem Sauer-

brunnen von Bourbon kommen, hat sich das Monstre der Ducde Ventadour im Kopf gesteckt, seine Frau aufs Land zu führen,wo er sie wohl lange gehalten hätte, und wie er gesehen, daßsein obengemeldeter Schwager solches nicht hat zugeben wollen(weil dem Kerl nicht zu trauen ist, indem er schon einmal seinerFrau Thür mit einer Pistole durchschossen, sie auch mehrmalsmit bloßem Degen geängstigt), hat er sich mit dem Tue d'Au-mont und Chevalier de Tilladet mit aller Gewalt schlagenwollen. Diese aber haben ihn ausgelacht. Da ist er so giftiggeworden und hat gedroht, daß er seine Frau mit Gewalt ab-holen wolle. Da ist den armen Duchessen blutsbang gewordenund haben gleich einen Expressen nach Hof zur Marschallin deLamotte geschickt. Selbige hat gleich an den König die Sache er-