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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
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26 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlsans.

der Trauer war von I. G> dem Kurfürsten Seliger, andernabends aber bei der Königin ihrem Spiel saß ich, wie orlliimris,und um den Tisch standen alle Hofleute wie alle Abende, eswurde ei» Streit im Spiel. Gerade hinter mir stand ein Offiziervon der Leibgarde, so man den Ritter von Simsen nennt, ichdrehte mich herum, wie er nun ein großer Spieler ist, und fragteihn, was er von der Sache judiziert hätte. In dem Augenblickkommt Mad. de Grancey zu mir und fragt mich, ob ich denMenschen kenne, mit welchem ich spreche. Ich antwortete, wie istes möglich, daß ich ihn nicht kennen solle, ich sehe ihn alle Tageauf der Jagd neben mir reiten, wie alle seine Kameraden, undist ebenso höflich wie die andern, um mir meine Pferde zu holen.Sie sagte, so ist er denn von Euren Freunden? Ich sagte: warumfragt Ihr mir das? Sie sagte, ich frage es, weil ich gern eineSache wissen möchte. Ich sagte: welche? Sie antwortete, warumer mir gestern einen Affront gethan hat beim Ball und mich sovor allen angesehen, daß er mit aller Gewalt gewollt hat, daßich nicht mehr tanzen solle, das muß er jemand zu Gefallen ge-than haben. Ich sagte, wie ich nicht beim Ball war, kann ichwissen, was da vorgegangen ist, allein wenn Ihr wollt, so willich ihn fragen. Sie sagte, es wäre nicht von Nöten. Weiter dachteich an diesen Handel nicht, denn ich meinte, daß es der Mühenicht wert wäre. Ein paar Monate hernach sagt man mir, obich wohl wüßte, was für ein Geschrei zu Paris ginge? Ich sagte,nein. Man antwortet mir, Mad. Grancey beklagte sich, daß ichihr durch den Chevalier de Sinsanct habe einen Affront thunlassen, und daß selbiger Chevalier es gethan, weil er gar großenWillen hätte, mir zu gefallen. Ich lachte hierüber und sagte, eswären Sottisen, worauf ich nicht antworten wollte. Noch einpaar Monat hernach sagt man mir, daß man noch als von diesemKerl und mir spreche. Ich dachte daß es Narreteien wären, wievom Erzbischof und daß ich nur meines Weges fortzugehen hättewie oiäiasiw, hörte auch weiter nichts hiervon, als wie wir ver-gangen Jahr wieder aus Deutschland kommen, da sagte mir derKönig, daß er gewiß wüßte, daß meine Feinde einen bösen Kom-plott gegen mich gemacht hätten, und daß sie Monsieur wolltenglauben machen, daß ich eine Galanterie hätte. Ich antwortete:I. M. wissen wohl, daß es nicht wahr ist, also wenn Sie nurdie Güte vor mir haben wollen, diejenige vor sich kommen zu