Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlsans. 43
ist abscheulich häßlich und lahm und hat sonst schlimme Quali-täten an sich, karg wie der Teufel und gar kein gut Gemüt.Seine Schwester hat wohl ein gut Gemüt, ist aber so erschrecklichkränklich und hat stets so blöde Augen, daß ich glaube, daß sieendlich blind wird werden, und über dies alles sind sie Bastardsvon doppeltem Ehebruch wie schon gesagt und Kinder von dembösesten und verzweifeltesten Weib, so die Erde tragen mag. Nunlaß ich E. L. gedenken, wie sehr ich dies wünschen kann. Wasdas ärgste ist, ich darf Monsieur von der Sache nicht Heraus-sprechen, denn er hat die schöne Gewohnheit an sich, daß wennich ihm ein Wort sage, solches gleich dem König anzutragen, vieldazuzusetzen und mir bei dem König hundert Händel anzumachen,bin also in großen Nöten und weiß nicht, wie ich es anfangensoll, diesem Unglück zu entgehen. Unterdessen kann ich nicht lassen,mich innerlich zu quälen und allemal wenn ich diese Bastardssehe, geht mir das Blut über, auch lasse ich meine Herzliebe umtants gedenken, wie es mich schmerzen muß, meinen einzigenSohn und meine einzige Tochter, die viotimes von meinen ärgstenFeinden zu sehen (welche mir täglich alles Uebel anthun und ge-than haben, ja gar die Ehre durch ihre falschen Diskursen habenabschneiden wollen). Denn man sagt, daß der d'Effiat Ver-sprechung habe Duc zu werden und der Ritter eine gar großeSumme Geld bekommen solle und unterdessen erhebt man sie inden Himmel durch hundert gute Traktements, mich aber traktiertman gar schlecht, und scheint es, daß man schier Gnade thut,daß man mich so Hinleben läßt. Diese Chagrins, wovon ichE. L. hier gebe, kommen nicht von Humor noch vom Milz,sondern sind gar ssssotlelo, wie E. L. wohl sehen, denn nunich leider alle die Meinigen verloren, was kann mich in dieserWelt mehr touchiren, als E. L. und meine armen Kinder, siedenn, nämlich diese armen Kinder, so zum Opfer für meinerFeinde giunckour aufzugeben sehen, ist ja das schmerzlichste Ding,so man sein Leben empfinden könnte. Ja, ich selber werde viel-leicht über diese Sache exiliert werden, denn spricht mir Monsieurernstlich davon, so werde ich nicht unterlassen, ihm meine Mei-nung zu sagen, welche er dann dem König auf sein ordinäreManier vorbringen wird, solches auch seinen Favoriten nicht zuverhehlen, welche es denn bei dem König (welchem sie nun stetigan den Ohren liegen) wohl für mich herumdrehen werden, wie