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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlsans. 67

nicht mehr damit aufgezogen, sonst werde ich zürnen. Ich glaube,daß Ihr das Französische sehr delikat aussprecht, denn schier über-all, wo man ordinär ein t setzt, setzt Ihr ein >l, als Konuslorckuns, inäsntion, ioaxoräunirsn , denn hier im Land sagtman lortuns, intsntion, iinportnner; es muß also sehr delikatherauskommen, möchte es gerne hören. Ich höre gern neue Zei-tungen, allein ob schon keine in Euren Briefen, werden sie mirdoch nicht destoweniger angenehm sein, denn Ihr und Eure Ge-schwister seid gar gewiß, liebe Ameliese, wo ich meisten für in-teressiere ^). Ich prätendiere Euch nicht Euer Französisch um-sonst als zu korrigieren, korrigiere es mit dem Beding, daß Ihr mirmeine deutsche Phrasen, im Fall ich etwas möchte vergessen haben,auch korrigieren möget; denn wie Ihr seht, so bin ich sehr in-teressiert. Die aufs Land ziehen haben wohl groß Recht, dennbei diesem schönen und warmen Wetter ist es nicht gut noch an-genehm, in einer Stadt versperrt zu sein. Der Sauerbrunnenist hier im Land auch sehr L ls. woäs gewesen. Man kommtaber nun schon wieder; gestern und vorgestern kamen I. L. Mon-sieur le Duc und Madame la Duchesse. Hat man aber Männerfeil in den deutschen Sauerbrunnen, daß das Sprichwort sagt,daß man deswegen in Sauerbrunnen zieht? Kinder bekommenist ein traurig Handwerk. Wie ich aber von meiner Frau Base,der Frau Landgräfin Liebden vernehme, so wird die Ursache umKinder zu kriegen, sie nicht in den Sauerbrunnen führen, dennsie hat deren genug. Ich bin froh, daß Ihr und Louise insSchlangenbad geht, das wird Euch ein wenig Veränderunggeben.

An die Kurfürstin Sophie.

(32) St. Cloud, 14. Juni 1699.

.... Vom Erzbischof von Cambray sagt man nun nichts mehr,es ist mir recht leid, daß er den Roman von Usisina^us nichtwill drucken lassen, denn es ist ein recht artig und schön Buch.Ich habe es in Manuskript gelesen; man meint, daß es in Hollandwird gedruckt werden; man hat es hier drucken wollen und schoneinen toms ausgegeben, aber sobald dieser Erzbischof es erfahren.

r) Ihr seid diejenigen, für die ich mich am meisten interessiere.2) Fsnslon, vgl. oben S. 60 A. 1).