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Briefe der Elisabeth Charlotte von Orléans 1673 bis 1715 / Ausgewählt, mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Ludwig Geiger
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210 Briefe der Elisabeth Charlotte von Orlöans.

viel Kinder kommen, die nicht nach ihrem Stand können erzogenwerden, wird man denen bitter Feind, so den Heirat gemachthaben und anstatt Freunde bekommt man Erzfeinde. Ich habedergleichen Exempel mehr gesehen, liebe Louise, drum warne ichEuch davor. Es ist schade, wenn Reichtum sich nicht bei Tu-gend findet. Der Kavalier ist der Damen Onkel ü In inoäs daUrotnAns. Alle karge Leute wollen ihre Tochter nie verheiraten,aus Furcht ein Heiratsgut zu geben müssen, fürchte, daß Ihrgroße Mühe mit Eurem Schwager haben werdet, ehe er sich wirdresoluteren können, zu geben, damit sie wohl zu leben haben möchte.Ich versichere und gebe Euch meine Parole, daß ich an keinenSeelen-Menschen davon reden werde, weder Deutsche noch Fran-zosen; Euren Brief werde ich auch gleich verbrennen. Wie ichvon den Engländern habe reden hören, so ist ihr Adel ebenso tollals hier; das kann ich nicht gewöhnen. Hat Euer Schwager einFehler in seinem Haus, so muß es von der englischen Seite hersein, denn von der deutschen Seite sind sie gut. Der wunder-liche Humor von Eurem Schwager mag auch wohl von der eng-lischen Großmutter kommen. Dem sei, wie ihm wolle, so wünscheich, daß alles zu Eurem Vergnügen ausschlagen möge. MylordPeterborough pretendiert, noch suxituins des Zaräss vom Königin England zu sein. Er könnte sich unterschreiben als wie dieNonnen hier, die als nach ihrem Namen setzen: „koliZisuküinäigns." Also könnte Mylord Peterborough wohl unterschreiben:„Oaxituins dos Auräos inäiAus." Aber es schlägt 5, ich mußzu inousiour Is Vuuxdi».

An dieselbe.

(186) Versailles, 19. März 1715.

.... Den Ring, so ich von wo tunts bekommen werde,wird wohl sein Leben nicht von mir kommen; werde ich ihn nichtam Finger haben, so werde ich ihn doch im Sack tragen, außernachts wird er nimmer von mir kommen. Wie er auch seinmag, so wird er mir lieb sein; wenns auch nur ein Ring von2 Pistolen Wert wäre, so werde ich ihn mehr ästimieren undlieber haben, als einen von tausend Pistolen und würde ihn nichtdavor vertauschen. Ich hoffe, daß weilen man das ganze Testa-ment halten wird, hoffe ich, daß man Euch auch nicht vergessenwird. Das wird Euch, hoffe ich. Eure Unkosten ersetzen, so Euch