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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Vorrede.

Vortrage lag doch in der deutschen Geschichte des Zeit-raums und deren Behandlung war im Wesentlichen nur einegedrängte Zusammenfassung Dessen, was Häusser in seinem großenWerke ausführlich dargestellt. Was auf dem Katheder sein voll-giltiges Recht hatte, wäre im Druck eine Wiederholung gewesen,gegen die ich im Einverständniß mit dem Herrn Verleger, sowieden Herren Beiräthen der Häusser'schen Familie die ernstesten Be-denken hegte. Eben um solche Wiederholungen zu vermeiden, habeich bereits von 1790l 799 die Parallelabschnitte so gedrängt be-handelt, als dies ohne Nachtheil der Uebersicht irgend möglich war.

Am Schlüsse dieses Rechenschaftsberichts sei mir noch einepersönliche Bemerkung gestattet. Die großen Schwierigkeiten, welchejeder umfänglicheren Arbeit über einen so vielfach behandelten Ge-genstand an und für sich eigen sind, treten verdoppelt und verdrei-facht auf, wo wie hier den unzulänglichen Kräften des Schülersaufgegeben ist, das gewissermaßen verlorene Werk des Meisters ineiner seiner ursprünglichen Echtheit möglichst nahekommenden Ge-stalt wieder herzustellen oder nachzuschaffen. Man wird begreifen,wenn ich demgemäß um ein schonendes Urtheil bitte, und diese Bittemir vielleicht gewähren, wenn man sich, wie ich hoffe, überzeugt,

daß es mir mit meiner Aufgabe heiliger Ernst gewesen ist.

Zur Ergänzung Dessen, was ich in dieser Vorrede über

Häusser's Vortragsweise angedeutet, kann ein Artikel dienen, denich unter dem erschütternden Eindrucke der Nachricht seines Hin-trittes niedergeschrieben und dann in der Nr. 17 der Protestan-tischen Kirchenzeitung veröffentlicht habe. Indem ich den-selben hier wieder abdrucken lasse, bemerke ich, daß eine Herausgabeder Häusser'schen Vortrüge über das Reformationszeit-alter, von der dort hypothetisch die Rede ist, in derselben

Weise vorbereitet wird, wie die jetzt erscheinenden über die Re-volution.

Der Artikel lautet:

In der Frühe des 17. März ist Ludwig Häusser gestorben,nachdem er am Abend des 15. zum letzten Mak die philosophischeFakultät als Dekan um sich versammelt und am Tage vorher seine