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Einleitung. §. 2.
V8prit darüber und dieXunulvs äs lempiro lvaren fertig. Kühnfaßte er auch schwierige Stoffe auf, brachte dann den Pragmatis-mus seiner geistvollen Auffassung herein und das Gange las sichflüssig, anmnthig wie ein Roman; wie flach und leer auch diestoffliche Behandlung war, historischer Geist, gesunde natürlicheBetrachtung der Dinge, wie sie sind, war darin. Einen großenScharfblick hatte er für Unterscheidung des Gemachten, des in sichUnwahren und das ist eine der Eigenschaften, die er mit demechten Historiker gemein hat. Das Schlechteste sind wohl seineBiographieen, obwohl was die Kunst der Erzählung angeht, Vielesganz vortrefflich ist; so lesen sich die Schlachten Karls XII. aus-gezeichnet, aber es ist kein Wort wahr daran.
Von großer Wichtigkeit ist das Werk: Ussui 8ur losmovni-8 als der erste Versuch einer universellen Cultnrgeschichtevorn Standpunkte der Aufklärung des 18. Jahrhunderts.
Es war zunächst bestimmt, eine einseitig kirchliche Auffassungder Völkergeschichte zu verdrängen, welche Bossuet's simoours, einein Weltgeschichte gekleidete dogmatische Theodicee, zur Herrschaft ge-bracht hatte. Voltaire wollte das große Publikum, welches sichentweder gar nicht um Weltgeschichte kümmerte oder sie nach An-leitung eines geistvollen Bischofs beurtheilte, für die Sache undden Standpunkt der Aufklärung gewinnen und das ist ihm ge-lungen. Liest man das Buch, so merkt man fortwährend, daß erseine eigene Zeit meint, wenn er von Indern, Persern u. s. w.redet. Jede Gelegenheit benutzt er, um der positiven Kirchlichkeiteinen Streich zu versetzen und da kommt es ihm nicht einmal aushistorische Unwahrheiten an. Buddhaismus, Brahmanenthum u.s. w. müssen herhalten, um das Christenthum zu fassen, und nochist er nicht beim Christenthum angelangt, da hat er es bereitsauf jede Weise untergraben.
Das Buch hat das Interesse am großen Gang der allgemei-nen Geschichte geweckt in den weitesten Kreisen. Wir haben seit-dem Arbeiten hierüber voll Geist, voll Tiefsinn und Studium er-halten, mit denen Voltaire sich nicht messen kann; aber daß solcheBücher möglich wurden, ist doch Voltaire's Verdienst, denn er hatihnen den Leserkreis geschaffen und die empfängliche Theilnahmein der Gesellschaft geweckt.