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Einleitung, tz. 4.
Welt gesehen, manche Unart der Jugend abgestreift. Das hätteauf Jeden Eindruck machen müssen, vollends auf den alten Gou-verneur, dem das Herz im Leibe lachte, wie er in seinem Neffensich selber gleichsam verjüngt sah und von den Fehlern, die derVater >o bitter an ihm getadelt, keinen wieder bemerkte. Wirhaben einen Theil der Briefe, die er um diese Zeit seinem Bru-der schrieb; danach war er in einer Art Verzückung über dengeistvollen, unterrichteten Jüngling, der von den verschiedenstenDingen gewandt und witzig zu reden wußte und gegen den Oheimso bescheiden, so zurückhaltend und mit so zarter Achtung auftrat.Er und sein Caplan waren fast zu Thränen gerührt, wenn derverlorene Sohn schmerzlich ausrief: „Ach! daß mein Vater dieGnade haben wollte, mich kennen zu lernen! Ich weiß, er meint,ich habe ein schlechtes Herz, aber er stelle mich auf die Probe!"Wenn dann sein Oheim fortfuhr und meinte, er und sein Bru-der hätten mit 21 Jahren doch auch Etwas vorgestellt, aber gegenHonorö seien sie doch nur Stümper, war der Marquis vollendsaußer Zweifel, daß „der Taugenichts", sein Sohn, ein ganzer Erz-schelm geworden sei und diesmal das gröbste Geschütz seinerSchauspielerkünste habe wirken lassen.
Aber weich wurde er doch auch und endlich entschloß er sich,den Sohn wieder in sein Haus aufzunehmen.
Mirabeau's Chef hatte ihn beim König zu einer Hauptmannsstelle vorgeschlagen und diese Laufbahn entsprach damals allen sei-nen Neigungen. Er schreibt darüber später einmal: „aufgezogenin den Vorurtheilen des Dienstes, glühend vor Ehrgeiz, dürstendnach Ruhm, kräftig von Körper, rastlos und ausdauernd, verwe-gen, tollkühn und doch, wie ich in allen Gefahren erprobt habe,von unerschütterlicher Kaltblütigkeit, von der Natur mit einem ausgezeichnet raschen und sichern Blick begabt, mußte ich mich zumSoldaten geboren halten." Dazu hatte er Jahre lang militärischeStudien gemacht: „ich kann," sagte er, „Auszüge aus 300 Schrift-stellern zeigen," seinem Talent und seiner Gemüthsart schien dasSoldatenleben gleichmäßig zuzusagen; „wozu ich am Meisten ge-boren bin," sagt er ein andermal, „das ist, wenn ich mich nichttäusche, der Kriegerstand, denn da allein bin ich kalt, ruhig, hei-ter, ohne Ungestüm, fühle ich selbst, daß ich größer werde mit mei-nen Ausgaben." Aber der Vater wollte nicht, theils aus Spar-