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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Erster Abschnitt. Z. 5.

sint hieß es da. — Dabei hatte er in der amerikanisirenden Parteidoch eine starke Minderheit, auf welche die Gemeinen zählen durf-ten, der Clerus vollends mit der Mehrheit der Pfarrer versprachdurchaus keinen nachhaltigen Widerstand, wenn eine kräftige Initia-tive ergriffen wurde. Volle Einigkeit war nur beim dritten Standund nun kam der Druck der steigenden Unzufriedenheit vonAußen.

Sechs Wochen waren vergangen, seit man mit angemessenenErwartungen die Reichsstände hatte zusammentreten sehen undwährend dieser ganzen Zeit hatte man fruchtlos gestritten über eineFrage, die man den: Verständniß des gemeinen Mannes gar nichteinmal klar machen konnte. Wer in solcher Lage handelte, etwas-Mögliches, Ausführbares vorschlug, der hatte die Nation. So istdas immer.

Wer in Tagen solcher Unentschiedenheit rasch handelt, demfolgen die Massen. Ergriff das Königthum die Initiative, dannfolgte ihm das Volk, weil es aus dieser unleidlichen Crisis heraus-kommen mußte; that es den Griff nicht, so dankte es ab zu Gun-sten der Macht, die ihn statt seiner unternahm. Und so ge-schah es.

Der dritte Stand als National-Bersammlung.

Am 10. Juni machte Mirabeau einem entscheidenden AntragBahn. Er trat auf die Rednerbühne und forderte mit seinerLöwenstimme die Aufmerksamkeit der Versammlung für einen höchstwichtigen Vorschlag, den der schüchterne Abbö Sieh es, der Ab-geordnete für Paris, machen wolle.

Siehes entwickelte seinen Antrag in wenig Worten. Erkonstatirt zunächst, daß bei den langen Verhandlungen mit denbeiden ersten Ständen die Gemeinen „eine freimüthige und lei-denschaftslose Haltung bewahrt haben, die von Seiten Jener mitHeuchelei und Winkelzügen"*) vergolten worden sei, erinnerte dieVersammlung, daß sie nicht länger in Unthätigkeit verharren dürfe,ohne ein Verbrechen an ihren Pflichten gegen die Wähler unddas Land zu begehen und schloß mit dem Antrag, die Herren vom

*) «I'U^poorisie et äs substerbu^es.