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Ludwig Häusser's Geschichte der französischen Revolution : 1789-1799 / Herausgegeben von Wilhelm Oncken
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Die Ballhaussitzung und die söance ro)-sle.

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baß die Räume hergerichtet werden sollten zu einer königlichenSitzung, welche Se. Majestät am 22. Juni abzuhalten gedächte.

Der Zusammentritt der beiden Stände war damit gehindertund das war wohl der eigentliche Zweck. Man dachte, die Sachewäre damit abgethan, aber es war zu spät.

Die 600 Menschen waren eine Macht geworden, hinter derdie unermeßlich erregte öffentliche Meinung stand. Der Versuch,die Versammlung stumm zu machen, wurde zu einem neuen Tri-umph für die Gemeinen und zu einer neuen Niederlage der Re-gierung.

Die entrüsteten Abgeordneten sagten: können wir hier nichttagen, dann tagen wir in einem andern Raum, der uns aufneh-men kann. Man zog, geleitet von einer großen Menschenmenge,in das Ballhaus (gon cko pnnmo).

Hier machte sich der Unmuth über die erlittene BehandlungLuft, aber auch der Entschluß ward ausgesprochen, daß man sichtreu bleiben und keinerlei kleinlichen Chikanen weichen wolle undals jetzt Einer vorschlug, die Versammlung solle Mann für Mannden feierlichen Eidschwur leisten, sich nicht zu trennen, wo immersie genöthigt werden sollte, Sitzung zu halten, bis die Verfassungdes Königreichs aufgerichtet und auf haltbare Grundlagen gebautsei, da fand er allseitige Zustimmung. Ein Einziger, Martin,protestirte, aber „ein allgemeiner Schrei der Entrüstung erhob sichgegen ihn", sagt der Moniteur. Von stürmischer Begeisterungfortgerissen, leistete die Versammlung den Eid und der Eindruckdes feierlichen Auftritts ging durch ganz Frankreich.

Am 22. Juni fand in der Kirche des h. Ludwig, die manaufgesucht hatte, weil Graf Artois das Ballhaus nicht mehr her-gab, eine nächste Sitzung statt, in welcher 149 Geistliche, geführtvon zwei Erzbischöfen und drei Bischöfen, sich unter lautem Jubelmit den Gemeinen vereinigten.

Die sän»«« i'ovnin war auf den 23. verschoben worden.

Alan erwartete sie mit Spannung. Niemand wußte wasdaraus werden, Niemand ahnte, wie weit der König gehen würde.Der König war im Begriff, aus eigener Machtvollkommenheit eineVerfassung zu geben, aber sie unter die Autorität der Privilegir-ten zu stellen, seine eigene monarchische Gewalt zu beschränken,aber auf eine Weise, die vielleicht eine neue Revolution hervorrief